Hochhaus-Siedlung in Altglienicke: In dem Berliner Bezirk Treptow-Köpenick steigt die Corona-Inzidenz wiede ran. imago

Berlin scheint die Covid-Krise schon hinter sich zu haben: Die Corona-Zahlen in der Hauptstadt liegen deutlich unter dem Bundesschnitt. Dutzende Landkreise haben doppelt so hohe Inzidenzen wie Berlin. Doch der neue Lagebericht der Berliner Gesundheitsverwaltung lässt aufhorchen: Trotz einer enormen Dunkelziffer steigt die Zahl der amtlich festgestellten Corona-Infektionen wieder und liegt seit dem Wochenende wieder über 1000.

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Am Sonntag meldete der Senat eine Sieben-Tage-Inzidenz von 1111,2 - nach 1085,4 am Samstag. Vor dem Wochenende hatte der Wert, der die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen angibt, in der Hauptstadt noch bei 977,1 (Freitag) gelegen. Die Zahl der Neuinfektionen bleibt trotz steigender Zahlen unter der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz. Diese lag am Sonntagmorgen laut Robert Koch-Institut (RKI) bei 1346,3.

Treptow-Köpenick mit Berlins höchster Corona-Inzidenz

Auffällig ist der Anstieg in den Ost-Bezirken der Stadt: So liegt die berlinweit höchste Inzidenz nun in Treptow-Köpenick mit 1614,3, gefolgt von Lichtenberg mit 1595,5. Auch in Marzahn-Hellersdorf ist die Inzidenz wieder angestiegen, auf nun 1360,9. Noch knapp darüber liegt ein Bezirk, dessen Inzidenz lange zeit weit unter Berlins Durchschnitt gelegen hatte, Steglitz-Zehlendorf. Ende Januar war dort die Inzidenz auf einen Rekordwert von 2000 geschnellt und dann wieder steil abgesunken.

Die Zahlen und der Trend ergeben kein klares Bild über das tatsächliche Infektionsgeschehen: Experten gehen von einer hohen Zahl von Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind. Testkapazitäten und Gesundheitsämter sind demnach vielerorts am Limit, Kontakte werden nur noch eingeschränkt nachverfolgt. Zudem dürfte es eine größere Zahl von Menschen geben, die ihre Infektion nicht mehr über einen PCR-Test bestätigen lassen - die Infektion fließt damit nicht in die offizielle Statistik ein.

Bei Krankenhauspatienten ist Covid häufig eine Neben-Diagnose

Nach dem Lagebericht des Berliner Senats wurde am Sonntag ein neuer Todesfall im Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nach den Angaben bislang 4213 Menschen an oder mit dem Virus gestorben.

Die Zahl der Covid-Patienten je 100 000 Einwohner, die innerhalb von sieben Tagen ins Krankenhaus gekommen sind, lag laut dem Lagebericht bei durchschnittlich 22,8 und damit etwas niedriger als am Samstag (23,1). Am Sonntag vor einer Woche lag der Wert bei 25,9. Das Signal der Berliner Corona-Warnampel zeigt weiterhin auf Rot. Gesundheitsexperten gehen allerdings davon aus, dass Covid bei Krankenhaus-Einweisungen häufig eine Nebendiagnose bei Patienten ist, die wegen eines anderen Leidens eingewiesen werden.

Die Belegung der Intensivstationen mit Corona-Patienten beträgt derzeit 14,8 Prozent, etwas weniger als am Vortag (15,3) und auch als vor einer Woche (15,2).