Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci ist pber den Anstieg des R-Wertes besorgt. Foto: dpa

Wie sorglos Berliner mit den Corona-Abstandsregeln umgehen, hat gerade die Massen-Demo am Landwehrkanal zu Pfingsten gezeigt. Jetzt gibt es die Quittung: Die erste der drei Corona-Warnampeln in Berlin wieder auf Rot! Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) ist sehr besorgt, spricht von einer „Trendwende“.

Der bisherige Abwärtstrend bei den Corona-Infektionen ist gestoppt.  Die  aktuelle Reproduktionszahl (R-Wert) für Berlin  liegt jetzt bei 1,95.  Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel fast zwei weitere Personen ansteckt. 

Laut Gesundheitsverwaltung hat damit der R-Wert in Berlin drei Mal in Folge den Grenzwert von 1,2 überschritten. Damit steht die erste von drei Ampeln, die für Maßnahmen zur Corona-Eindämmung herangezogen werden, nun erneut auf Rot. Das erste Mal war das kritischen Überschreiten des Grenzwertes bereits vor fast einer Woche gemeldet worden. Da stand die Reproduktionszahl  auf 1,37. Nun sind es  0,58 Punkte mehr.

Der R-Wert  bildet jeweils das Infektionsgeschehen in Berlin etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Das heißt: Zur Berechnung wurden Falldaten mit Stichtag 23. Mai herangezogen. Gesundheitsenatorin Kalayci zeigt sich besorgt: „Zwar ist die Reproduktionszahl Schwankungen ausgesetzt, aber auch die Zahl der Neuinfektionen nimmt zu, sodass man doch eine Trendwende erkennen muss.“ Das zeigen etwa die  Neuinfetktionszahlen, die am Dienstag für Berlin gemeldet wurden. 6873 Corona-Fälle waren da registriert, 35 mehr als am Vortag und 23 mehr als am Pfingstsonntag.

Senatorin: „Die Gefahr ist noch nicht vorbei!“

An diesem Tag fand auch die Demo-Party am Landwehrkanal statt. „Es hat mich insofern entsetzt, weil das zeigt, dass mit der Freiheit, sich frei bewegen zu können, nicht verantwortlich umgegangen wird“, sagte Kalayci im RBB. Die Gefahr sei noch nicht vorbei, warnte die Senatorin. „Das ist ein Trugschluss.“

Welche Folgen der neue R-Wert für die jetzigen und künftigen Lockerungen in Berlin haben wird, sagte die Senatorin nicht.  Man müsse die Entwicklung in den kommenden Tagen abwarten. Insgesamt müsse der R-Wert in Zusammenhang mit den beiden anderen Indikatoren betrachtet werden, der Zahl der Neuinfektionen sowie der Auslastung der Intensivbetten. Diese beiden Ampeln stehen bisher noch auf Grün.