Beerdigungen sind zurzeit nur noch im kleinen Kreis möglich (Symbolbild). Foto: imago images

Berlin - Beisetzungen sind traurig, das Coronavirus macht sie trostlos: Auf den Berliner Friedhöfen darf nur noch eingeschränkt getrauert werden. Ohne Umarmungen, ohne Händedrücken, ohne tröstendes Streicheln. Die fast vier Dutzend Kirchhöfe des Evangelischen Friedhofsverbands Stadtmitte werden überhaupt nur noch für Bestattungen geöffnet.

Auf den städtischen Friedhöfen dürfen nur  zehn Menschen an der Abschiedsfeier teilnehmen, Kapellen und Trauerhallen sind ganz geschlossen. Die evangelischen Friedhofsverbände lassen nur noch engste Angehörige zu. Den an den Trauerfeiern teilnehmenden Angehörigen werden keine Blumen, Kränze oder Gebinde durch Mitarbeiter  abgenommen. „Diese sind in der Kapelle oder an den Grabstätten selbstständig durch die Angehörigen niederzulegen.“

Friedhöfe schließen: Ansteckungsgefahr ist nicht der einzige Grund

Die Trauerfeiern sollen, wann immer es das Wetter zulässt, im Freien stattfinden. Alle Teilnehmer müssen ihre Daten in Listen eintragen, bevor sie im Abstand von mindestens 1,50 Metern der Zeremonie beiwohnen. Urnenbestattungen werden unter Umständen verschoben, nur Erdbestattungen sollen unverändert stattfinden.

Die Schließung der evangelischen Friedhöfe im Innenstadtbereich hat Gründe, die über die akute Ansteckungsgefahr hinausgehen. Geschäftsführer Tillmann Wagner schreibt auf der Internet-Seite: Wir müssen unsere Mitarbeitenden schützen, damit zumindest die Bestattungen, die nicht aufgeschoben werden können, weiterhin durchgeführt werden können. Uns nötigt auch das Verhalten etlicher Personen dazu, die Friedhöfe zu schließen, da diese als Fußballplätze, Ersatztoiletten u. a. zweckentfremdet werden. Das zwingt uns nun, diesen für alle schwierigen Schritt zu gehen und die Friedhöfe – zunächst für 14 Tage – zu schließen.“