Die Münchener Firma 21DX betreibt im Auftrage des Senats die landeseigenen Teststellen. dpa/Gateau

Lange Schlangen, stundenlange Wartezeiten: Seit Tagen berichtet auch der KURIER über die Probleme mit den landeseigenen Testzentren. Nicht genug Mitarbeiter, zu wenige PCR-Tests. Doch das sind nicht die einzigen Probleme. Denn die Corona-Teststellen des Senats werden von ein und derselben Firma aus München betrieben. Ein millionenschwerer Deal, an dem jetzt Zweifel aufkommen. Nach Informationen des rbb hat die Vergabekammer Einspruch gegen die Auftragsvergabe erhoben.

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Auf der Internetseite des Senats werden elf Corona-Teststellen aufgeführt, die kostenfreie Schnelltests, PCR-Nachtestungen und kostenfreie PCR-Tests für bestimmte Personengruppen anbieten. Betrieben werden diese Zentren aber alle von einer Firma – der 21DX aus München.

Das Münchener Unternehmen 21DX bekam den Auftrag im Frühjahr

Das Münchener Unternehmen bekam den Zuschlag für den lukrativen, millionenschweren Auftrag im Frühjahr. Und das, obwohl die Firma schon an der Erstellung von Dokumenten des Auftrags beteiligt gewesen sein soll. Ein Konkurrenz-Unternehmen, das sich damals  auch am Bieterverfahren beteiligte, legte daraufhin Widerspruch ein.

Die Vergabekammer untersagte daraufhin im Mai 2021 der damaligen Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD), den Auftrag so wie geplant zu vergeben. Doch 21DX kam trotzdem zum Zuge, wie der rbb berichtet. Immer wieder mit Kurzfrist-Verträgen, denn die Prüfung der Beschwerden zieht sich bis heute hin. Erst Anfang der Woche berichtete der Tagesspiegel  über interne Dokumente, die eine große Nähe zwischen der Gesundheitsverwaltung und 21DX vermuten lassen.

Der Vertrag wurde trotz Einspruch der Vergabekammer im November verlängert

Erst im November wurde der Vertrag mit 21DX trotz aller Beschwerden erneut verlängert. Die Vergabekammer hat intervenierte wiederum, wie Dokumente zeigen, die dem rbb vorliegen. Die Kontrollbehörde hat darin der Gesundheitsverwaltung die Fortführung des Auftrags ab 1. Januar 2022 „untersagt“.

Konsequenzen: bis heute keine. Noch immer betreibt 21DX die landeseigenen Teststellen. Kommende Woche wird eine Gerichtsentscheidung in der Sache erwartet.