Eine Assistenzärztin schiebt auf der Intensivstation des Gemeinschaftskrankenhauses Havelhöhe das Krankenbett eines Covid-19-Patienten. dpa/Christoph Soeder

Es sind Zahlen, die Berlin noch nicht gesehen hat: Eine Corona-Inzidenz von 856,4, mehr als doppelt so hoch wie der deutsche Durchschnittswert. Berlin treibt die bundesweiten Zahlen massiv nach oben: Sieben der deutschlandweit höchsten Inzidenzen werden aus Berliner Bezirken gemeldet. Ganz oben in der Hauptstadt steht dabei Friedrichshain-Kreuzberg mit einem Wert von 1164,7, gefolgt von Neukölln mit 1160,7. Der berlinweit niedrigste Wert aus Marzahn-Hellersdorf kommt nach Auskunft der Berliner Gesundheitsverwaltung nur aufgrund einer technischen Störung zustande, die niedrigste Inzidenz meldet demnach Steglitz-Zehlendorf mit 619,4, auch deutlich über dem Bundesschnitt.

Die Zahl der positiv getesteten Personen erreicht mit 8862 innerhalb nur eines Tages ebenfalls neue Höhen. Infiziert haben sich die allermeisten mit der hochansteckenden Omikron-Variante, die nunmehr auch offiziell die bislang dominante Delta-Variante verdrängt hat. Die Hoffnung darauf, dass es allein bei milden Verläufen bleibt, hat sich bislang nicht bewahrheitet.

Zwei Warnampeln tiefrot – keine Entwarnung auf Intensivstationen

Die Hospitalisierungs-Inzidenz war bereits am Dienstag sprunghaft angestiegen, seitdem die Berliner Gesundheitsverwaltung nunmehr auf genauere Daten zurückgreift. Sowohl die Corona-Warnampel der Krankenhauseinweisungen von Corona-Patienten als auch die der Corona-Inzidenz leuchten tiefrot. Noch gelb bleibt die der Auslastung von Intensivbetten mit Covid-Patienten, sie steht allerdings mit 19,1 Prozent auch nur einen Hauch vor dem Warnwert von 20 Prozent entfernt.

Inwieweit Omikron tatsächlich für eine Entspannung im Gesundheitswesen sorgen könnte, kann man wohl erst in mehreren Wochen beurteilen: Denn Krankenhauseinweisungen erfolgen in aller Regel erst mehrere Tage nach einem positiven PCR-Test. Wie viele von den jetzt positiv Getesteten oder noch unerkannten Fällen in den kommenden Wochen mild oder schwer verlaufen, lässt sich nicht vorhersagen. Tödliche Verläufe werden häufig verzögert gemeldet: Zwei Todesfälle waren es innerhalb von 24 Stunden, deutlich weniger zu vorherigen Höhepunkten der Pandemie. Ob diese Entwicklung Grund genug zur Entwarnung darstellt, wird von Experten bezweifelt.