Ein Mitarbeiter von Ambeg überprüft eine der Maschinen, die Spezialglas in Impfstoff-Fläschchen verwandeln. Ambeg

Sie machen ein Pülleken nach dem nächsten auf, die Leute in den Impfzentren und Arztpraxen. Millionenfach werden die Fläschchen angeliefert, gefüllt mit Impfstoff. Ein Berliner Traditionsbetrieb ist maßgeblich daran beteiligt, dass das klappt: Die Firma Ambeg aus Schöneberg ist der deutschlandweit einzige Betrieb, der die Maschinen baut, die wiederum die Glasfläschchen produzieren.

Bis zu 50 Maschinen für die Herstellung von Fläschchen, Ampullen und Spritzen aus Glas baute das 95 Jahre alte Unternehmen vor der Pandemie pro Jahr, 2021 gibt es doppelt so viele Bestellungen. Drei Viertel der Produkte gehen in den Export, denn überall herrscht Bedarf bei den Pharmaglas-Produzenten, die dann die Impfstoffhersteller beliefern. 

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Firmen wie Ambeg („Automatische Maschinen zur Bearbeitung des Glases“) sind rar auf der Welt. Deshalb brach die Bestellungswelle über die Schöneberger herein, die große Nachfrage führte beim Familienunternehmen  zu Personalbedarf. Im Lauf der Pandemie wuchs die Belegschaft von 80 auf 120. Die Werkstoff-Ingenieurin Antje Dichter, die das Unternehmen seit 2003 mit ihrem Mann, dem Maschinenbau-Ingenieur Andreas, führt: „Wir suchen noch Industriemechaniker aus dem Sondermaschinenbau.“

Leer: Neue Impfstoff-Fläschchen werden dringend gebraucht. imago/Aurelien Morissard

50 Impfstoff-Fläschchen in der Minute

Die Produktion der Maschinen dauert ihre Zeit, rund drei Monate. Dann können sie aus erhitztem Röhrenglas die verschiedenen Produkte formen, sie bedrucken und verpacken. Eine Maschine, die die Impfstoff-Fläschchen produziert, schafft über 50 Stück in der Minute.

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Das Unternehmen hat ein gutes Dutzend Standard-Maschinen im Angebot, auf Wunsch geht es auch sehr speziell: Wer eine Produktion von Weihnachtsbaum-Kugeln aufziehen will, kann bei Ambeg das entsprechende Gerät bestellen.

 Wie viele Unternehmen in Berlin gibt es für Ambeg ein Platzproblem. Eine Erweiterung an der Ella-Barowsky-Straße gleich neben dem S-Bahnhof Schöneberg zerschlug sich, jetzt werden die verschiedenen Teile einer Produktionsanlage, die nicht nur aus der eigentlichen Glasmaschine besteht, in einer Halle in Köpenick montiert, ausprobiert und versandfertig gemacht.