Die Sporthallen sind dicht. Damit kommt nicht nur der Vereinssport zum Erliegen. Foto: Foto: dpa/Britta Petersen

Eine knappe Woche nach Einführung des Lockdown light werden die Corona-Regeln des Landes Berlin an einigen Stellen noch einmal präzisiert. Sie sind am Freitag im Gesetzesblatt veröffentlicht worden und gelten ab Sonnabend. Während etwa die Quarantäne-Regelungen für Einreisende nach Berlin gelockert werden, trifft die 11. SARS-CoV-2-Infektionsschutzverordnung, wie sie offiziell heißt, vor allem den Sport hart. So müssen nun alle Sporthallen geschlossen bleiben – das betrifft die rund 1000 öffentlichen, aber und auch alle privaten oder vereinseigenen Hallen, wie zum Beispiel die von Tennisclubs.

Die Schließung hat unmittelbare Auswirkungen auf etliche der rund 2600 Sportvereine in Berlin mit derzeit insgesamt 695.000 Mitgliedern. Schließlich werden viele Sportarten ausschließlich oder überwiegend in der Halle betrieben.

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Hinzu kommen die zuvor schon eingeführten Kontaktbeschränkungen. Konkret bedeutet dies, dass Erwachsene Sport auch im Freien maximal zu zweit betreiben dürfen. So kann etwa in der Leichtathletik weiterhin gelaufen, gesprungen oder geworfen werden. Nach Lesart des Landessportbundes Berlin (LSB) ist es auch weiterhin erlaubt, etwa im Tennis ein Einzel zu bestreiten – wenn man sich denn dies bei der herbstlichen Witterung zumuten will und man dafür eine entsprechende Anlage findet. Möglich ist demnach etwa auch das Rudern oder anderer Wassersport – allein oder zu zweit.

Nach Auskunft von Alexander Fuchs, beim Landessportbund Berlin zuständig für Grundsatzfragen und damit so etwas wie der oberste Corona-Versteher, hat es in den vergangenen Tagen zahlreichen Kontrollen der Ordnungsämter bei Vereinen gegeben.

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Ausnahmen bei der Kontaktbeschränkung gelten weiterhin für Kinder bis zwölf Jahre. Diese dürfen weiterhin in festen Gruppen von bis zu zehn Leuten Sport treiben. Doch auch bei ihnen bedeutet die plötzliche Hallenschließung starke Eingriffe. Natürlich sei es möglich, dass sich etwa Handball-Kindermannschaften jetzt zum Training auf einem Sportplatz treffen, so LSB-Mann Fuchs, doch faktisch blieben im Moment auch im Kinderbereich wohl fast nur klassische Outdoor-Sportarten wie Fußball, American Football, Rugby oder Leichtathletik übrig.

Im Gespräch mit der Berliner Zeitung verweist Alexander Fuchs darauf, dass es bei der Hallenschließung um eine „Rechtsauffassung der Senatssportverwaltung“ handele, die man nicht unbedingt teile. Von Einsprüchen etwa beim Verwaltungsgericht sei ihm jedoch nichts bekannt. Überhaupt gebe es in Berlins Sportvereinen nach Fuchs‘ Worten viel „Solidarität und Verständnis“ für Maßnahmen, die wirksam zur Bekämpfung der Pandemie beitragen.