Patrick Larscheid ist Amtsarzt in Reinickendorf. Foto: Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa

Für ältere Menschen ist es besonders gefährlich, sich mit dem Corona-Virus anzustecken. Das macht Verwandtenbesuche in Alters- und Pflegeheimen, aber auch in  Kliniken, zum Risiko. Der Amtsarzt von Reinickendorf, Patrick Larscheid, empfiehlt deshalb jetzt, aus Vorsicht auf Besuche zu verzichten.

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Patrick Larscheid ist Amtsarzt und Leiter des Gesundheitsamts in Reinickendorf. Er betreut bereits Corona-Patienten und Kontaktpersonen. Deshalb muss er sich viele Gedanken darum machen, was das neuartige Virus anrichten kann. Man weiß: Für Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen ist die Gefahr von  Komplikationen bei einer Infektion mit dem Corona-Virus hoch. Das brachte Larscheid, wie in einer Mitteilung des Bezirks Reinickendorf zu lesen ist, jetzt zu einer drastischen Schlussfolgerung. Zum Schutz   vor Corona-Infektionen in Krankenhäusern und Pflege-Einrichtungen sei es nötig, „dass bis auf weiteres möglichst der Besucherverkehr in den genannten Einrichtungen komplett eingestellt werden sollte“.  

Ärzte fordern, sämtliche Sport- und Kulturveranstaltungen zu stoppen

Das klingt nach der Ankündigung eines Verbots. Aber in der Meldung heißt es auch, dass das Gesundheitsamt vorerst keine Besuche ausdrücklich untersagen will. Es appelliere aber „dringend, dass möglichst keine Besuche mehr stattfinden“. Im Klartext: Wer seine Angehörigen liebt, der verzichtet derzeit lieber auf Krankenbesuche. Larscheid hat auch eine eigene Meinung zur Ansteckungsgefahr bei Sport- und Kulturveranstaltungen. Ihm geht die befristete Absage größerer Veranstaltungen in der Hauptstadt wegen des Corona-Virus nicht weit genug.

Zusammen mit seinen Berliner Amtsarztkollegen richtete er deshalb ein Schreiben an Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD). Die Ärzte fordern, sämtliche Sport- und Kulturveranstaltungen ab sofort nicht mehr stattfinden zu lassen. Das gelte auch für kleinere Veranstaltungen in Clubs. Arzt Larscheid war in der Vergangenheit etwa im Kampf gegen große Masernausbrüche in Berlin aktiv. Auch damals in den Jahren 2014 und 2015 musste er nach möglicherweise Infizierten suchen. „Wir hatten Sprach-Barrieren, wir hatten Verständnis-Barrieren“, erinnert er sich. Gut, dass jetzt Leute mit einer so großen Erfahrung gegen Corona kämpfen.