Im Fenster einer Kiez-Kneipe hängt ein Zettel mit dem Text: „2G – Einlass nur für Geimpfte und Genesene“. In Berlin darf man das jetzt nur noch digital belegen. dpa/Scholz

Wenige Tage nach Inkrafttreten werden die Corona-Regeln in Berlin wieder geändert. So gelten ab Sonntag neue Quarantänebestimmungen. Außerdem braucht jeder, der an einer Veranstaltung mit sogenannter 2G-Regelung teilnehmen möchte, künftig einen digitalen Impfnachweis. Gleichzeitig lockert zum Beispiel Hamburg seine Corona-Beschränkungen in Fußballstadien. Dort ist jetzt mehr möglich als in Berlin.

Bei der Formulierung seiner Quarantänebestimmungen übernimmt der Berliner Senat jetzt die Vorgaben des Robert-Koch-Instituts. Demnach gelten ab Sonntag folgende Quarantänebestimmungen: Kontaktpersonen von Infizieren müssen für zehn Tage in Quarantäne. Wer nach fünf Tagen einen negativen PCR-Test vorweist, kann die Quarantäne verlassen. Ab dem siebten Tag ist ein Freitesten auch mit Antigen-Schnelltest möglich. Für Schüler gelten andere Regeln. Weil diese ohnehin zweimal pro Woche per Antigen-Schnelltest getestet werden, können auch sie ab dem fünften Tag die Quarantäne verlassen.

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Außerdem wurden die Regeln für die 2G-Option konkretisiert. So können Gastronomen, Betreiber von Sportstudios und viele andere Gewerbetreibende Geimpften und Genesenen (2G) Zutritt gewähren – und allen anderen nicht. Hierfür müssen die Besucher künftig einen digitalen Impfnachweis beibringen, das gelbe Impfbuch reicht nicht mehr aus. Senatskanzleichef Christian Gaebler sagte am Dienstag, er verspreche sich „eine bessere Sicherheit vor Fälschungen“.

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Der Besitz eines Handys ist nicht Voraussetzung

Der digitale Impfnachweis in Form eines QR-Codes wird von Apotheken ausgestellt. Auf Wunsch wird der Code ausgedruckt, der Besitz eines Handys ist nicht Voraussetzung. Für Kunden ist die Zertifizierung kostenlos, die Apotheken bekommen 6 Euro von der öffentlichen Hand.

Berlins Apotheker sehen der neuen Regelung gelassen entgegen, ein größerer Arbeitsaufwand drohe nicht, so Stefan Schmidt, Pressesprecher des Berliner Apotheker-Vereins. „Das Gros der Impfungen dürfte bereits zertifiziert sein“, sagte er.

Während Berlin seine 2G-Regeln verschärft, lockert Hamburg. Dort können Fußballstadien ab dem Wochenende unter 2G-Bedingungen wieder bis zum letzten Platz besetzt werden. In Berlin dürfen dagegen weiter maximal 25.000 Zuschauer in ein Stadion. Während der 1. FC Union mit der rund 22.000 Zuschauer fassenden Alten Försterei nicht betroffen ist, kann Hertha BSC das Olympiastadion weiterhin nur bis zu einem Drittel füllen.

An anderer Stelle zieht Hamburg, das Ende August als erstes Bundesland das 2G-Optionsmodell eingeführt hatte, mit Berlin gleich. So dürfen nun auch an Elbe und Alster viele Branchen selbst entscheiden, ob sie nur Geimpfte und Genesene reinlassen, die dann von vielen Beschränkungen befreit sind.