Auch Berlin drohen härtere Corona-Maßnahmen.  Foto: imago images/Eibner

In Berlin nimmt die Dynamik bei der Erfassung der Corona-Neuinfektionen weiter zu. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz stieg am Samstag auf 191,7 und näherte sich so weiter der Marke von 200.

Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100 000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen angesteckt haben. Vor Weihnachten hatte der Wert in Berlin deutlich über 200 gelegen und war danach gesunken.

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In den vier Bezirken Spandau, Charlottenburg-Wilmersdorf, Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick liegt der Inzidenzwert inzwischen über 200. Der Senat hatte angekündigt, bei so hohen Infektionszahlen zu prüfen, ob ähnlich wie in Brandenburg auch für die Hauptstadt eine neue Regel zur Einschränkung der Bewegungsfreiheit gelten soll.

Bekommt Berlin also jetzt doch einen 15-Kilometer-Radius? Für Brandenburger Landkreise gibt es diese Regelung bereits. Kommende Woche will der Berliner Senat darüber entscheiden.

Schon am Freitag war bekanntgeworden, dass die Koalition in Berlin über eine weitere Verschärfung des Lockdowns nachdenkt. Neben der Einschränkung der Bewegungsfreiheit könnte dann auch eine nächtliche Ausgangssperre drohen.  

Besprochen werden soll das Thema am Dienstag, wenn der Senat zu seiner wöchentlichen Sitzung im Roten Rathaus zusammenkommt.

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Neu in diesem Zusammenhang ist, dass der 15-Kilometer-Radius möglicherweise nicht mehr erst ab der Stadtgrenze gelten soll, sondern bereits innerhalb Berlins. Das würde bedeuten, dass einzelne Quartiere oder Bezirke entsprechende Reiseauflagen bekommen. In dem Fall gilt der Radius jeweils schon ab der betroffenen  Wohnadresse.

Die Koalition im Bund hatte bei ihrer letzten Bund-Länder-Konferenz beschlossen, dass für Bewohner von Landkreisen und kreisfreien Städten mit mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche, Reisen über einen 15-Kilometer-Radius hinaus untersagt seien.

Diese verschärften Lockdown-Maßnahmen für Berlin gelten seit Sonntag:

1. Treffen sind künftig nur noch im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes und mit maximal einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person gestattet.

2. Kantinen müssen für den Publikumsverkehr schließen.

3. Der Regelbetrieb in Präsenz an den Schulen bleibt vorerst eingestellt. Das Alkoholverbot in der Öffentlichkeit und die Einschränkungen für den Handel bleiben bestehen.

732 neue Coronafälle wurden von der Senatsgesundheitsverwaltung am Samstag registriert. Seit Beginn der Pandemie wuchs die Zahl der Infizierten damit auf 105 857. Rund 86 000 Menschen gelten als genesen, etwa 20 000 als aktuell infiziert.

Allerdings werden am Wochenende meist weniger Neuinfektionen erfasst oder gemeldet, so dass die Zahlen meist zu niedrig liegen. So leiteten zwei Bezirke keine Zahlen weiter.

13 Todesfälle wurden neu gemeldet. Damit starben in der Hauptstadt seit dem Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit Covid-19 1560 Menschen. Bei der Belegung der Intensivbetten mit Covid-Patienten bleibt die Situation angespannt. Die Auslastung lag bei 33,9 Prozent. Die Corona-Ampel des Senats zeigt weiter zwei Mal Rot.