Hochhäuser am Helene-Weigel-Platz in Marzahn imago

Kein einziger neuer Corona-Fall, Inzidenz null – hat Marzahn-Hellersdorf die Pandemie inmitten der Omikron-Welle schon besiegt? Der Corona-Lagebericht der Berliner Gesundheitsverwaltung weist einige Rätsel auf. Denn die Tendenz in den anderen Bezirken weist in genau die gegenteilige Richtung: Die Corona-Inzidenzen gehen weiter steil nach oben. Berlinweit steht die Hauptstadt inzwischen bei 965,3, in etwa das Doppelte dessen, was deutschlandweit gemeldet wurde. Weiterhin führt der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg das Inzidenz-Ranking sämtlicher deutscher Stadt- und Landkreise an, mit einer Inzidenz von sage und schreibe 1644,3. Fünf weitere Berliner Bezirke liegen in der Top Ten der Liste, die das Robert-Koch-Institut (RKI) täglich aktualisiert.

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Liegengebliebene Corona-Fälle werden nachgemeldet – Covid-Inzidenz wird sprunghaft steigen

Obwohl am Wochenende viele Gesundheitsämter aus Personalmangel weniger Fälle melden als tatsächlich festgestellt wurden, sind 2245 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden bekannt. Liegengebliebene Fälle werden in der Regel in der folgenden Woche nachgemeldet, sodass dann neue Rekordzahlen zu erwarten sind.

Das Corona-Wunder von Marzahn-Hellersdorf ist auch schnell aufgeklärt: Anfang der Woche war die IT der Bezirksverwaltung angesichts der Vielzahl von Fällen in die Knie gegangen. Man hatte schlicht unterschätzt, welches Datenvolumen die Erfassung der Fälle in Anspruch nehmen würde. Am Donnerstag wurde zwar gemeldet, das Problem sei behoben, die Datenbank erweitert. Doch auch danach gab es offenbar Probleme mit der Übermittlung der Fallzahlen an das RKI. Die Fälle würden nachgemeldet, so ein Sprecher. Somit ist zu erwarten, dass auch in Marzahn-Hellersdorf die Fallzahlen wieder drastisch ansteigen werden, sobald die IT-Probleme abschließend gelöst sind. Dies wird auch die Gesamtinzidenz Berlins weiter befeuern, die unter Einbeziehung der Zahlen aus Marzahn-Hellersdorf jetzt bereits vierstellig wäre.