Im Testzentrum Alte Försterei des 1. FC Union in Köpenick kann man sich gleich im Auto auf Corona testen lassen. Sabine Gudath

Diesen Rekord ist Berlin zum Glück los: Nachdem die Hauptstadt lange Zeit die Top 10 der von Corona am meisten betroffenen Landkreise dominierte, entspannt sich die Lage in Berlin etwas. Nur noch ein Berliner Bezirk ist in den Top 10 vertreten, dafür rücken Bayern und Nordrhein-Westpfalen immer mehr in den Fokus.

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In der Hauptstadt sinkt die Corona-Inzidenz weiter. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Dienstag einen Wert von 1640,4. Am Montag lagen die Zahlen noch bei 1719,3. Die zwölf Bezirke meldeten 9578 registrierte neue Ansteckungen in der Hauptstadt. Das Bundesland liegt dennoch über dem bundesweiten Wert von 1441,0. Die Zahl gibt an, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen gemeldet wurden.

Nur noch Charlottenburg-Wilmersdorf taucht in der Top 10 auf

Fünf weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 kamen in Berlin hinzu. Damit sind seit Beginn der Pandemie 4140 Menschen an oder mit dem Virus gestorben.

Nur noch ein Berliner Bezirk taucht in den Top 10 auf – Charlottenburg-Wilmersdorf mit einer 7-Tage-Inzidenz von 3509,2. der nächste Berliner Bezirk liegt erst auf Platz 54 der Liste – Pankow mit 1986,5.

In Brandenburg gehen die Infektionszahlen weiter nach oben

Ganz vorne liegt das bayerische Fürstenfeldbruck mit 4031,3. Nach Charlottenburg-Wilmersdorf folgen Eichstätt in Bayern (3123,9), der Hochsauerlandkreis (NRW, 2657,2) und Ingolstadt (Bayern, 2491,4)

In Brandenburg dagegen steigt die Corona-Inzidenz weiter an. Am Dienstag meldete das Robert Koch-Institut (RKI) einen Wert von 1660,8. Am Vortag lagen die Zahlen noch bei 1633,6. Mit 6892 neuen Fällen wuchs die Gesamtzahl auf 389.988. Außerdem kamen in Brandenburg 19 neue Todesfälle hinzu, womit hier seit Pandemiebeginn 5045 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 starben. Am schwersten betroffen: der Landkreis Uckermark mit einer 7-Tage-Inzidenz von 2327,3.

Omikron-Welle bald überstanden

Trotz sehr hoher Corona-Infektionszahlen in Deutschland spricht der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) von positiven Entwicklungen. „Ich bin optimistisch, dass wir die Omikron-Welle bald überstanden haben, auch wenn der Höhepunkt der Welle noch nicht erreicht ist“, sagte Lothar Wieler am Dienstag in Berlin. „Wir sind bislang vergleichsweise gut durch diesen Sturm gesteuert.“

Im Vergleich zur Vorgängervariante Delta erkranke bei Omikron ein geringerer Anteil von Infizierten schwer, sagte Wieler. Es gebe zwar einen Anstieg bei den Krankenhausaufnahmen, dieser sei aber vergleichsweise gering. In den vergangenen sieben Tagen seien 1,2 Millionen Sars-CoV-2-Fälle ans RKI übermittelt worden, das seien rund zehn Prozent aller in der Pandemie registrierten Fälle.

Für Entwarnung ist es laut RKI-Chef aber zu früh: Bisher infizierten sich vor allem Jüngere, bei den Älteren stiegen die Inzidenzen erst allmählich. Sorge bereite weiterhin die hohe Zahl an Ungeimpften bei Menschen über 60 Jahren. Wieler rief zum Verlangsamen der Ansteckungen auf, um gefährdete Gruppen und die kritische Infrastruktur zu schützen. „In wenigen Wochen haben wir die Omikron-Welle überstanden. Bleiben wir ruhig und achtsam und aufmerksam. Und dann können wir uns entspannt auf Ostern freuen“, sagte er.

„Tatsächlich stehen wir vor einem Wendepunkt. Diese Phase der Pandemie ist ganz anders als vor zwei Jahren“, sagte Wieler. Man kenne das Virus besser, große Teile der Bevölkerung hätten eine Grundimmunität, und man kenne die wirksamen Maßnahmen. Man müsse aber weiter beobachten, wie sich die Situation auf den Intensivstationen und die Zahl der Covid-19-Todesfälle entwickle.