Menschen in der Passauer Innenstadt. Lino  Foto:  Mirgeler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Was in Passau heute verkündet wurde, könnte uns auch in Berlin drohen. Wenn die Entwicklung der Infektionszahlen so weitergeht. 

Die bayerische Stadt verhängt angesichts der stark gestiegenen Zahl von Corona-Infektionen strenge Ausgangsbeschränkungen. Sie sollten am Samstag beginnen und zunächst eine Woche dauern, wie Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) am Freitag ankündigte. Passauer dürfen ihre Wohnung dann nur noch aus triftigem Grund verlassen, beispielsweise um zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen zu gehen.

Die Polizei werde das Einhalten der Beschränkungen kontrollieren, betonte Dupper. „Die triftigen Gründe sind glaubhaft zu machen.“ Faktisch gilt eine Ausgangssperre – mit wenigen Ausnahmen. 

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Außerdem verhängt die Stadt ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen und verordnet Wechselunterricht für die Jahrgangsstufen 7 bis 11 - mit Ausnahme von Abschlussklassen an Mittel- und Realschulen. Wer einen Angehörigen in einem Altenheim besuchen will, muss vorher einen Schnelltest machen und damit nachweisen, dass er nicht infiziert ist.

Passau hatte am Freitag einen Corona-Inzidenzwert von knapp 440 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen erreicht. Die Stadt ist damit nach dem Landkreis Hildburghausen in Thüringen mit knapp 630 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen derzeit Deutschlands Hotspot Nummer zwei. Frühestens bei dem Rückgang der Infektionszahlen auf eine Inzidenz von 300 könnten die Beschränkungen wieder gelockert werden, sagte Dupper.

Spandau als neuer Corona-Hotspot in Berlin reißt den Wert 300 inzwischen auch. Laut den Fallzahlen der Berliner Gesundheitsverwaltung liegt die 7-Tage-Inzidenz dort bei 312,0 – das ist mehr als das Sechsfache des Alarmwertes von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. In Friedrichshain-Kreuzberg liegt der Wert aktuell bei 297,2. Berlinweit sind es 211,7. 

Wir sind also teilweise nicht weit von den Passauer Zahlen entfernt.