Ausgelassene Sommerstimmung in Potsdam: Nicht ein einziger neuer Coronafall wurde in den letzten 24 Stunden gemeldet. imago/Martin Müller

Besser geht es nicht: Nicht eine einzige bestätigte neue Corona-Infektion hat Brandenburg innerhalb eines Tages gezählt. Das Gesundheitsministerium teilte am Donnerstag zwar mit, es seien zehn neue Corona-Fälle registriert worden. Diese machten sich wegen einer Datenkorrektur der Gesundheitsämter aber nicht in der Bilanz bemerkbar. So seien etwa doppelt angezeigte Fälle zusammengeführt worden. Da es sich um länger zurückliegende Infektionen handele, habe dies auf die Sieben-Tage-Inzidenz keinen Einfluss, hieß es weiter.

Die Sieben-Tage-Inzidenz bleibt damit landesweit bei 2,3. Vor einer Woche lag der Wert bei 5,2. Die Landkreise Prignitz und Uckermark verzeichneten weiter keine Corona-Ansteckung innerhalb von sieben Tagen je 100.000 Einwohner. Außer den südlichen Landkreisen Spree-Neiße (5,3) und Oberspreewald-Lausitz (5,5) lagen alle Kreise und kreisfreien Städte unter einem Inzidenzwert von fünf.

In Berlin und Brandenburg fast jeder Dritte geimpft

Über die Hälfte der Brandenburger hat bereits eine erste Impfung erhalten. Das sind 1.279.475 Menschen und ein Bevölkerungsanteil von 50,7 Prozent. 778.348 Menschen haben den vollen Impfschutz – ein Anteil von 30,9 Prozent der Bevölkerung, wie der Impflogistik-Stab mitteilte. Bei den vollständig Geimpften liegt das Land im Vergleich mit anderen Bundesländern auf dem letzten Rang, bei den Erstimpfungen im Mittelfeld.

In Berlin steht die 7-Tage-Inzidenz derzeit bei 6,5. Dabei gibt es bemerkenswerte Unterschiede zwischen den Bezirken. Steglitz-Zehlendorf hat den niedrigsten Wert mit 2,6, kaum mehr als in Brandenburg. Kaum höher liegt Treptow-Köpenick mit 3,3. Am anderen Ende liegt Spandau. Als einziger Berliner Bezirk ist die Inzidenz dort zweistellig: 11,0. Reinickendorf bleibt mit 9,8 gerade noch einstellig, dicht gefolgt von Mitte (9,6) und Friedrichshain-Kreuzberg (9,3). 

Delta-Variante bundesweit bereits bei 15 Prozent

Zwar gibt es einen neuen Todesfall und 37 neue Corona-Fälle innerhalb eines Tages. Alle Indikatoren deuten aber darauf, dass das Coronavirus in der Hauptstadt auf dem Rückzug ist. Nur ein Faktor macht Sorgen: Der Anteil der hoch ansteckenden Delta-Variante ist in der Hauptstadt gestiegen, derjenige der bislang vorherrschenden Alpha/B1.1.6-Variante entsprechend gesunken. Laut Lagebericht machen die Varianten Beta, Gamma und Delta in Berlin zusammen mittlerweile 5,5 Prozent aller Neuinfektionen aus.  Allerdings hat Delta bundesweit laut RKI bundesweit bereits einen Anteil von über 15 Prozent – eine Verdopplung innerhalb einer Woche. In Hessen beträgt der Anteil beispielsweise bereits 20 Prozent. Berlin-Besucher könnten die Variante in den Sommerferien einschleppen und die Fallzahlen unbemerkt in die Höhe schnellen lassen. 

Abhilfe gegen die Ausbreitung der Delta-Variante kann eine Beschleunigung der Impfkampagne bringen. Vollständig geimpft sind in der Hauptstadt laut Lagebericht inzwischen 30,9 Prozent. Die Erstimpfung haben 52,2 Prozent erhalten. Nötig wäre, den Anteil der vollständig Geimpften bis zum Herbst mehr als zu verdoppeln, denn auch eine Erstimpfung bietet keinen ausreichenden Schutz gegen eine Infektion mit der Delta-Variante, so die einhellige Meinung führender Virologen.