Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (rechts), und Andreas Geisel (SPD) im Gespräch.   Foto: dpa/Fabian Sommer

Der Berliner Senat hat nach den Worten von Innensenator Andreas Geisel konkrete Pläne für den Ausstieg aus dem Corona-Lockdown. „Ja klar gibt es solche Pläne. Wir machen uns natürlich Gedanken darüber“, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag bei einer digitalen Diskussionsveranstaltung der Industrie- und Handelskammer (IHK). „Genauso, wie wir uns über die Frage Lockdown Gedanken machen, was fahren wir in welcher Reihenfolge zurück, gibt es natürlich eine Reihe von Plänen, die wir schon in der Schublade haben, was fahren wir in welcher Reihenfolge wieder hoch.“

Damit wiederholte Geisel im Großen und Ganzen, was der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Dienstag gesagt hat. Der Regierungschef hatte davon gesprochen, dass im Falle eines Falles zunächst der Bildungsbereich berücksichtigt werde. Die – wenn auch schrittweise – Öffnung von Schulen und Kitas habe bundesweit Priorität. Danach kämen auch Einzelhandel, Gastronomie und Hotellerie an die Reihe.

Gleichzeitig sagte Müller, es noch sei „zu früh“, um über Lockerungen zu sprechen. Dazu sei die Lage um die Virus-Mutationen zu unübersichtlich. Außerdem peile das Land Berlin generell weiter eine Inzidenz von 30 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tage an. Bei höheren Zahlen könnten in einer Großstadt die Infektionen nicht mehr nachverfolgt werden.

Dennoch stellt sich inzwischen immer deutlicher die Frage, wann es möglicherweise nicht mehr „zu früh“ ist, um über Lockerungen zu sprechen. Tatsächlich nehmen die Infektionszahlen in Berlin kontinuierlich ab. So registrierte die Senatsgesundheitsverwaltung am Donnerstag eine Inzidenz von 76,5. Im Dezember hatte der Wert noch bei rund 200 gelegen. Der Bezirk mit der geringsten Inzidenz ist den Angaben zufolge Lichtenberg mit 56,8, gefolgt von Marzahn-Hellersdorf (58,9). Am oberen Ende liegt weiter der Bezirk Mitte mit 95,1.

Auch die übrigen Werte der Berliner Corona-Ampel zeigen eine positive Tendenz. So liegt der R-Wert, der besagt, wie viele Personen sich rechnerisch bei einem Infizierten anstecken, bei 0,69. Angestrebt wird ein Wert von 0,7 oder darunter. Kritisch ist dagegen noch die Belegung von Intensivbetten in Krankenhäusern – 28,0 Prozent. Aber auch dieser Wert lag in den vergangenen Tagen und Wochen höher.

Bislang ist der Lockdown mit vielen geschlossenen Geschäften und Schulen sowie Kitas im Notbetrieb bis zum 14. Februar terminiert. Am kommenden Mittwoch wollen Bund und Länder beraten, wie es danach weitergehen soll. Der Senat will danach zu einer Sitzung zusammenkommen und über die Konsequenzen beraten.