Ein Physiotherapeut bei der Arbeit: Er kommt seinen Patienten über längere Zeit nahe, die Ansteckungsgefahr steigt. dpa/Marijan Murat

Arzthelferinnen waren zuletzt in Berlin am häufigsten wegen Corona krankgeschrieben. Das fand die AOK bei einer Analyse der Krankmeldungen ihrer Versicherten heraus.

1,5 Prozent der „Arzt- und Praxishilfen“ waren im November 2021 wegen Corona ausgefallen. Das war knapp das Zweieinhalbfache des Berliner Krankschreibungs-Durchschnitts, der bei 0,61 Prozent lag.

Auf dem zweiten Platz folgten Menschen aus der nichtärztlichen Heilkunde, zum Beispiel Physio- oder Ergotherapeuten. Am dritthäufigsten betroffen waren Erzieher und Sozialarbeiter. Am Ende der „Top 10“ rangierte die Altenpflege: Hier lag die Corona-Ausfallquote lediglich um ein knappes Fünftel über dem Berliner Schnitt.

Krankenschwestern und Pfleger fallen seltener aus

Krankenschwestern und -pfleger sowie Mitarbeiter von Rettungsdiensten und der Geburtshilfe, die als Gruppe zusammengefasst sind, tauchten nicht mehr unter den am häufigsten betroffenen zehn Berufsgruppen auf. Über die gesamte Pandemiezeit betrachtet, lagen sie auf Platz 5. Die Entwicklung ist laut AOK ein Beleg dafür, dass eine hohe Impfquote hilft.

Nicht enthalten in der Aufstellung der AOK sind Berufsgruppen mit einem hohen Anteil von Beamten:  Polizisten, Feuerwehrleute, Lehrer. Sie sind in der Regel über die Beihilfe und zusätzlich privat versichert.

„Die Auswertung zeigt, dass noch vor zwei Monaten überdurchschnittlich viele Beschäftigte in Gesundheitsberufen an Corona erkrankten. Es ist deshalb eine nachvollziehbare Entscheidung, dass die Bundesregierung die Impfpflicht für Mitarbeitende in Gesundheits- und Pflegeberufen eingeführt hat,“ sagt Daniela Teichert, Vorstandsvorsitzende der AOK Nordost.Durch Omikron steige zwar die Anzahl der Impfdurchbrüche - die Impfung schütze aber weiterhin sehr gut vor einem schweren Verlauf der Krankheit. „Je höher die Impfquote in den Gesundheitsberufen ist, desto besser sind die Chancen, Ausfallzeiten in der kritischen Infrastruktur zu begrenzen.“

Die „einrichtungsbezogene Impfpflicht“ gilt unter anderem für Krankenhäuser, Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen und Heilberufepraxen. Beschäftigte, die über einen längeren Zeitraum in diesen Einrichtungen arbeiten, sind grundsätzlich verpflichtet, ihrem Arbeitgeber bis spätestens zum 15. März 2022 einen Impf- oder Genesenennachweis vorzulegen.