Die Corona-Tests in den Schulen werden wieder intensiviert. dpa/Christoph Soeder

Der Start soll abgesichert werden.

Zum Ende der Osterferien in Berlin weiten die Schulen am Montag die Coronatests zeitweise aus. Ab dem ersten Schultag müssen sich Schülerinnen, Schüler und Beschäftigte eine Woche lang täglich testen - statt drei Mal pro Woche, wie ein Sprecher der Bildungsverwaltung mitteilte.

Schon vor dem Ferienbeginn am 11. April hatten Schüler Coronatests erhalten, um sich vor dem Unterricht am Montag zu Hause testen zu können. Die Änderung gilt als Vorsichtsmaßnahme, um für den Fall eines Anstiegs der Corona-Infektionen während der Ferien gewappnet zu sein.

Zahl der Ansteckungen begrenzen

Die Hoffnung ist, auf diese Weise Ansteckungen in der Schule zu verhindern oder zu begrenzen. Eine Ausnahme gibt es laut Sprecher für die mehr als 15.000 Abiturienten in Berlin: Für sie entfällt die Testpflicht, da sie zum größten Teil aus der Schule raus seien und für gewöhnlich in größeren Räumen säßen. Zudem müsse der Mindestabstand zwischen den Tischen eingehalten werden.

Für viele der Abiturienten gehen die Abschlussprüfungen ab Montag in die nächste Runde. Dann stünden die schriftlichen Klausuren für einige Fremdsprachen auf dem Plan, teilte der Sprecher mit. Anfang April waren schon die mündlichen Prüfungen gestartet, teils sind diese auch noch nicht abgeschlossen.

Keine verpflichtenden Corona-Tests mehr

Wie im vergangenen Jahr gibt es den Angaben nach besondere Regelungen für das Abitur mit Blick auf die Pandemie. Schüler haben zum Beispiel bei den schriftlichen Aufgaben 30 Minuten mehr Zeit oder ein zusätzliches Wiederholungsrecht, wenn sie das Abitur nicht bestanden haben.

Nach der Aufhebung der Maskenpflicht geht an den Schulen aber auch die Zeit der verpflichtenden Corona-Tests zu Ende. Wie eine dpa-Umfrage in den 16 Bundesländern ergab, ist die Testpflicht bereits in sechs Ländern abgeschafft oder endet mit Beginn der neuen Woche, in sechs Ländern läuft sie spätestens Ende der Woche mit dem Monatswechsel aus.

Lediglich in Berlin und Thüringen wird darüber hinaus noch weitergetestet: In Thüringen noch bis zum 6. Mai und in Berlin „bis auf Weiteres“.  Aus Hamburg und dem Saarland sind noch keine Entscheidungen über den Umgang mit Tests ab Mai bekannt.

Bildungsverbände kritisieren das Aus

Bildungsgewerkschaften und der Deutsche Lehrerverband kritisierten das weitgehende Ende der Testpflicht. Lehrerverbandspräsident Heinz-Peter Meidinger sagte der dpa: „Wir sind konfrontiert mit der berechtigten Sorge von Familien, die Risikopersonen und vorerkrankte Kinder im eigenen Haushalt haben.“ Die Aufhebung aller Gesundheitsschutzmaßnahmen gehe auch auf Kosten der Abschlussschüler, die befürchteten, wegen einer Infektion Prüfungen zu versäumen oder nachschreiben zu müssen. Meidinger zufolge bleiben derzeit viele Abiturienten vorsorglich zu Hause und lassen Unterricht ausfallen, „weil der Gesundheitsschutz an Schulen inzwischen vielfach auf Null heruntergefahren wurde“.

Der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Andreas Keller, nannte es „fahrlässig“ nach der Abschaffung der Maskenpflicht nun auch auf Tests zu verzichten. „Diese ist die letzte wirksame Präventionsmaßnahme, die einen Beitrag leistet, die Gesundheit der Beschäftigten, Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern zu schützen. Die Corona-Pandemie ist noch nicht vorbei“, sagte Keller. „Alle Schutzmaßnahmen zu beenden, ist ein Spiel mit dem Feuer, das den Schulen mit der nächsten Welle auf die Füße fallen kann.“

Der Vorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, sagte: wer einen kontinuierlichen Schulbetrieb in Präsenz bei einem noch immer hohen Infektionsgeschehen ermöglichen möchte, müsse genau abwägen, ob jetzt der richtige Zeitpunkt sei, auf präventive Maßnahmen Tests und Masken ganz zu verzichten.

Die meisten Schulen schaffen Tests ab

Anfang des Monats war an den meisten Schulen, entsprechend den Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes, die Maskenpflicht abgeschafft worden. Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern hatten sich allerdings zu Hotspots erklärt und durften sie damit beibehalten. In beiden Ländern läuft die Hotspot-Phase in den nächsten Tagen aber aus (MV 27.4., HH 30.4.) und damit auch die Maskenpflicht.

Testpflichten an Schulen waren und sind dagegen deutschlandweit rechtlich weiterhin möglich. Die meisten Länder verzichten allerdings darauf. Angeboten werden stattdessen künftig freiwillige und auch anlassbezogene Tests etwa bei Symptomen oder wenn eine Klassenfahrt bevorsteht.

Kapazitäten gibt es offensichtlich genug: Nach früheren Angaben der Berliner Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD) hat etwa das Land Berlin noch Millionen Tests in Reserve und könnte damit „locker bis zu den Sommerferien kommen“.