Seit September kämpften Charité-Mitarbeiter wie hier im Virchow-Klinikum um bessere Arbeitsbedingungen. Foto: dpa/Annette Riedl

Die  Charité und die Gewerkschaft ver.di haben sich nach langen Verhandlungen und Streiks auf einen Tarifvertrag geeinigt. Wichtiger Teil ist dabei eine Mindestpersonalbemessung für alle bettenführenden Stationen sowie für Bereiche wie Operationen, Anästhesie, Radiologie, Zentrale Notaufnahmen und Kreißsäle. Der Tarifvertrag soll demnach am 1. Januar 2022 in Kraft treten und am 31. Dezember 2024 enden.

Anfang Oktober war Bewegung in den festgefahrenen Berliner Klinikstreik gekommen. Ver.di und die Charité hatten sich auf ein Eckpunktepapier zur Entlastung der Pflegekräfte geeinigt. Das galt als Durchbruch nach wochenlangen Protesten.

Für die Mitarbeiter soll es nun einen Belastungsausgleich anhand eines Punktesystems geben. Pflegekräfte erhalten beispielsweise dann Entlastungspunkte, wenn die Personalbemessung  unterschritten wird. Die Punkte können unter anderem in Kinderbetreuungszuschüsse, Altersteilzeitkonten oder Freizeitausgleich umgesetzt werden. „Darüber hinaus wird die psychosoziale Betreuung auf den Intensivstationen verstetigt und ein Konzept zur Gewaltprävention entwickelt“, heißt es. Wichtige Verbesserungen soll es auch in der praktischen Ausbildung in den Gesundheitsfachberufen geben.

Verdi will demnach in den kommenden Wochen eine Mitgliederbefragung abhalten. Auf Basis des Votums werde die Tarifkommission, die für den Abschluss ist, abschließend entscheiden.  

Der Tarifstreit mit dem landeseigenen Krankenhauskonzern Vivantes war bereits Ende Oktober beendet worden.