Ärzte und Pfleger arbeiten auf der Corona-Intensivstation der Charité am Bett einer jungen Patientin. dpa/Docdays

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Berlin steigt weiter. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts von Montagmorgen steckten sich rechnerisch 140,2 von 100.000 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus an. Am Sonntag hatte der Wert bei 139,2 gelegen, eine Woche zuvor bei 122,8.

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Angesichts stark steigender Corona-Zahlen warnt die Charité vor einer Überlastung der Intensivstationen. Die Zahl der Patienten sei in den vergangenen Tagen merklich gestiegen, sagt Martin Kreis, Vorstand für die Krankenversorgung in Deutschlands größter Uniklinik.

Insbesondere unter Ungeimpften sei von einem deutlichen Anstieg an Neuinfektionen auszugehen. „Aktuell sind etwa 90 Prozent der Covid-19-Patientinnen und Patienten in der Charité nicht geimpft“, so Kreis. Wenn es nicht gelinge, die Impfquote deutlich zu steigern, werde das infolge der Behandlungen in Krankenhäusern zu massiven Einschränkungen in den Kliniken führen.

Es gibt weniger Intensivpflegepersonal als vor einem Jahr 

„Wenn sich diese Entwicklung entlang der Prognosen fortsetzt und keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden, droht in den nächsten Wochen auch eine deutliche Einschränkung der Versorgung der Nicht-Covid-19-Patientinnen und Patienten“, erklärt Kreis. Verschärft werde die Situation dadurch, dass bundesweit deutlich weniger Intensivbetten zur Verfügung stünden als noch vor einem Jahr. Hintergrund sei vor allem ein deutschlandweiter Rückgang beim Intensivpflegepersonal.

In der Charité stehen kaum freie Betten für die Covid-19-Versorgung zur Verfügung

Die vorhandenen Intensivbetten seien derzeit vor allem mit Menschen belegt, die nicht am Coronavirus erkrankt seien. Dadurch stünden kaum freie Betten für die Covid-19-Versorgung zur Verfügung. Der Vorstandsvorsitzende der Charité, Heyo K. Kroemer, fordert: „Wir benötigen dringend wieder die Einführung von Freihaltequoten bei den Intensivbetten.“ Dies ermögliche es den Krankenhäusern, ausgewählte Behandlungen zu reduzieren und Verlegungen zwischen den Häusern planbar zu organisieren. „Ohne die Wiedereinführung dieser Quoten wird die Versorgung der Covid-19-Erkrankten in den kommenden Wochen und Monaten nicht zu gewährleisten sein“, so Kroemer.

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Unterstützung dafür gibt es von Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD): „Diese Forderung der Krankenhäuser finde ich berechtigt, dass sie jetzt Unterstützung bekommen“, sagte sie am Montagmorgen dem Sender ntv. Sie forderte den Bund auf, erneut die Vorhaltung zu finanzieren.