Wasser wird in einer Aprikosenplantage versprüht, um blühende Knospen und Blüten vor dem Frost zu schützen. Foto: dpa/Jean-Christophe Bott/KEYSTONE

Endlich blüht der Frühling in Berlin und Brandenburg auf: Maximal 17 Grad verspricht der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Dienstag und Mittwoch für unsere Region. Doch die Wetterlage bleibt instabil: Vom Nordwesten her ziehen ab Nachmittag Schauer heran, die örtlich als Gewitter mit heftigem Starkregen und Hagel abgehen können. Nachts und in den Frühstunden sollten sich Autofahrer auf Nebel mit Sichtweiten unter 150 Metern gefasst machen. Nachts sacken die Werte bis zum Nullpunkt; am Boden kann es frieren.

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Der Mittwoch wird überwiegend freundlich – doch im Nordwesten zieht wieder Regen auf, der in der Nacht zu Donnerstag nach Südosten abzieht. Wieder wird die Nacht kalt und am Boden kann es Frost geben. 

Graupelschauer, Gewitter und stürmische Böen

Schon am Donnerstag ist es wieder vorbei mit den Wohlfühl-Temperaturen. Es reicht nur noch für gerade einmal zehn Grad. Dann ziehen auch noch Regen- und Graupelschauer auf, am Nachmittag sogar Gewitter mit teils stürmischen Böen! Erneut sacken die Nachtwerte bodennah bis in den Frostbereich ab, und auch am Wochenende mühen sich die Höchstwerte kraftlos über die Zehn-Grad-Marke.

Deutlich zu kalt wird dieser April enden, erwartet Wetterexperte Dominik Jung (wetter.net). Im Mittel müsste der Monat neun Grad aufbieten. „Aktuell hat der April eine Tagesmitteltemperatur von 4,9 Grad“, so Jung. Und nach den aktuellen Aussichten sieht es aktuell so aus, dass sich der April zu den kältesten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881 reihen könnte. (Kälterekord: 1917 mit 4,3 Grad).

Dürre ohne Wärme im Mai

Und nun die bange Frage: Setzt sich das Bibber-Wetter auch noch im herannahenden Mai fort? Mit Blick auf die beiden führenden Langfrist-Wettermodelle erwartet der Diplom-Meteorologe Jung keinen Wärmeschub. Schlappe 0,5 Grad wärmer als im Schnitt soll der sprichwörtliche Wonnemonat demnach ausfallen – nach den Hitzeschüben der vergangenen Jahre sehr spärlich. „Gefühlt könnte das also bei vielen Menschen ebenfalls als ein zu kalter Monat ankommen“, erwartet Jung. Trotzdem lassen die Prognosen kaum Hoffnung auf Niederschläge aufkommen. „Der Mai könnte in vielen Landesteilen zu trocken ausfallen. Die Trockenheit würde sich damit verstärken“, so Jung. Schon der März sei deutlich zu trocken gewesen. „Der April hat aktuell sein Soll noch nicht mal zu 50 Prozent erfüllt, und wenn nun auch noch der Mai zu trocken ausfallen sollte, dann wäre schon wieder ein zu trockenes Frühjahr besiegelt. Keine gute Ausgangslage für Natur und Landwirtschaft“, warnt der Wetterexperte. Es droht nach 2018, 2019 und 2020 das vierte Dürrejahr in Folge!

Es geht also weiter mit dem Chaos-Wetter. Gerade zwei Wochen Frühlingswetter haben wir dieses Jahr erlebt, eine davon ausgerechnet Ende Februar, dann in der letzten Märzwoche. Ostern brachte in Teilen Deutschlands sogar neue Schneefälle, und aktuell gibt es schon wieder Nachtfrost! Bis Monatsende erwartet der Wetterexperte Jung kein Ende des Achterbahn-Wetters. Auch der Mai, so Jung, wird wohl wechselhaft starten.

„Man muss allerdings auch dazu sagen, dass wir durch die warmen Frühjahre der Vergangenheit ziemlich verwöhnt sind“, ordnet der Wetterexperte diese Aussichten ein. Oftmals sei gerade der April besonders warm und teilweise schon frühsommerlich gewesen. Doch in diesem Jahr sei das alles anders. Völlig normal sei es, wenn Mitte Mai noch mal verspätete Nachtfröste auftreten: die Eisheiligen. „Wenn das allerdings mit den Polarluftvorstößen so weiter geht wie aktuell, dann fallen die Eisheiligen gar nicht auf, da wir quasi alle paar Tage ohnehin neue Kaltluftvorstöße haben“ so Wetterexperte Jung.