In den Kitas gelten spezielle Regeln, so dass noch längst nicht alle Kinder betreut werden können – zum Ärger vieler Eltern. Foto: dpa/Arne Dedert

Die Berliner CDU fordert von Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci sowie Bildungssenatorin Sandra Scheeres (beide SPD) eine Lösung für jene Mitarbeiter in Berliner Kliniken, die ihre Kinder betreuen lassen müssen. „Es ist ein absoluter Offenbarungseid von Scheeres und Kalayci, dass sie diejenigen im Stich lassen, die wir zum Schutz der Berliner an vorderster Front benötigen“, sagte Tim Zeelen, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, am Dienstag der Berliner Zeitung. Das Krisenmanagement der Senatorinnen sei chaotisch, die Leidtragenden seien Kinder und Eltern. „Ich erwarte, dass dieses Problem umgehend gelöst wird.“

Auslöser für Zeelens Beschwerde ist ein Offener Brief von 411 Mitarbeitern der Vivantes-Kliniken. Das medizinische Personal hatte sich an Gesundheits- und Bildungssenatorin gewandt. „Die Betreuung unserer Kinder wird von Woche zu Woche schwieriger zu organisieren, die Situation eskaliert“, schreiben sie. „Wir appellieren an Sie, uns bei der Lösung dieser Probleme dringend zu unterstützen.“

Nach Notbetreuung nun nur noch vier Stunden Betreuungszeit

Die Kinder der als systemrelevant eingestuften Klinikmitarbeiter waren zuvor ganztags in der Notbetreuung der Kitas. Doch seit der zunehmenden Öffnung der Kitas für die anderen werden zwar wieder mehr Kinder betreut – allerdings wurde die Betreuungszeit für alle auf maximal vier Stunden pro Tag gesenkt. An vielen Kitas klappe auch das nicht, schreiben die Klinikmitarbeiter. Manche Kitas öffneten tageweise gar nicht mehr für systemrelevante Berufe. „Unsere Frage an Sie ist, wie dies mit einer Vollzeitarbeit für uns zu vereinbaren ist, insbesondere wenn beide Eltern im Gesundheitswesen arbeiten?“

Bildungssenatorin Scheeres teilte der Berliner Zeitung mit, sie habe den Klinikmitarbeitern ihre Unterstützung zugesagt. „Als Eltern in systemrelevanten Berufen haben sie einen berechtigten Anspruch auf ausreichende Betreuung ihrer Kinder.“ Das Kitasystem werde weiter hochgefahren. „Ich gehe davon aus, dass es auch zügiger geht, als zunächst geplant.“ Nach dem Offenen Brief habe man bereits Gespräche mit der Geschäftsführung von Vivantes geführt und Hilfe offeriert, hieß es aus der Verwaltung.