Verkehrssenatorin Regine Günther kann nicht ausschließen, dass es zu Reduzierungen im Nahverkehr kommen wird. Foto: imago images

Noch rollen Busse und Bahnen wie gewohnt in großer Zahl durch Berlin. Doch angesichts der Ausbreitung des Coronavirus schließt Verkehrssenatorin Regine Günther Reduzierungen im Nahverkehr nicht aus. Zwar sollen Bahnen und Busse so lange wie möglich weiterfahren, damit Krankenschwestern, Polizisten und andere Berufstätige zur Arbeit gelangen.

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Busfahrgäste dürfen nicht mehr vorne einsteigen

Allerdings: „Falls es doch zu Einschränkungen kommt, weil ein Beschäftigter erkrankt, gibt es Notfallpläne, die wir gerade aktualisieren“, sagt Günther. Der Senat stünde mit den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) und der S-Bahn in Kontakt. Schon seit Tagen wird diskutiert, ob Busse und Bahnen einfach weiterfahren können, während eine Veranstaltung nach der anderen aus Angst vor einer Ausbreitung abgesagt wird. Es gebe die „Möglichkeit der Ansteckung“, warnte die Senatorin.

Seit Donnerstag dürfen Busfahrgäste nicht mehr vorn einsteigen, rot-weiße Bänder sperren die Fahrerbereiche ab. Dennoch sei es nicht ausgeschlossen, dass ein BVG-Beschäftigter an Corona erkrankt, sagte die Senatorin. Wenn Deutschland nicht richtig reagiert, drohe in sechs Wochen eine Situation wie in Italien, wo es viele Todesfälle gebe.

„Wir müssen über harte Einschränkungen reden“

„Noch gibt es die Möglichkeit, die Ausbreitung einzuschränken, wenn wir bereit sind, entsprechende Maßnahmen zu treffen.“ Am Dienstag werde darüber im Senat beraten. Muss der Nahverkehr eingeschränkt, vielleicht sogar eingestellt werden? „Das kann passieren, wenn wir das Virus nicht eingedämmt bekommen“, sagte der Ausschussvorsitzende Oliver Friederici (CDU).

„Die Gesundheit geht vor“, so der SPD-Abgeordnete Daniel Buchholz. „Das bedeutet, dass wir über harte Einschränkungen reden müssen.“ Grundsatz müsse aber sein, den Nahverkehr so lange wie möglich aufrechtzuerhalten, mahnte Harald Moritz von den Grünen.