BVG Kontrolleure sind für die Einhaltung der 3G-Regeln und Maskenpflicht in den U-Bahnen im Einsatz. Bei Verstößen können sie nun Geldstrafen verhängen,.  Berliner Kurier/Ponizak

Eine Fahrt mit Bus, Straßenbahn oder U-Bahn wird jetzt richtig teuer. Denn Im Kampf gegen Corona ziehen nun die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ihre Maßnahmen kräftig an. Wer ab Montag (13. Dezember) bei Kontrollen gegen die geltenden 3G-Regeln und sogar gegen die Maskenpflicht verstößt, dem drohen nun empfindliche Geldstrafen.

Nur wer genesen, geimpft oder aktuell getestet ist, darf in den Fahrzeugen der des öffentlichen Nahverkehrs befördert werden. Diese 3G-Regel gilt seit 24. November bundesweit. Und deren Einhaltung wird seit dem auch in Fahrzeugen der BVG kontrolliert. Wer dagegen verstieß, musste bisher nur die Busse und Bahnen an der nächsten Station verlassen.

Nun haben die Berliner Verkehrsbetriebe als erste Nahverkehrsunternehmen in Deutschland eine sogenannte Vertragsstrafe eingeführt, um Verstöße gegen die 3G-Regel schärfer zu ahnden. Wer also keinen Impf- oder Genesenen-Nachweis oder einen aktuellen Impftest bei Kontrollen vorzeigen kann, muss nun auch eine Geldstrafe in Höhe von 50 Euro zahlen. Und er muss an der nächsten Station aussteigen. Diese Regel tritt ab 13. Dezember im Kraft.

Maskenmuuffel müssen schon länger mit Geldstrafen rechnen, wenn sie von BVG-Kontrolleuren erwischt werden. Imago

Bei Verstöße gegen 3G UND Maskenpflicht drohen 100 Euro Strafe

Laut BVG seien ihre Kontrolleure das Sicherheitspersonal für die Durchführung dieser Maßnahme geschult worden. Sie können bei den Kontrollen ebenfalls eine Vertragsstrafe in Höhe von 50 Euro erheben, wenn Fahrgäste gegen die Maskenpflicht verstoßen, die bereits seit Juli 2020 von der BVG erhoben wird. „Wer weder Maske trägt noch einen 3G-Nachweis hat, riskiert somit Vertragsstrafen in Höhe von insgesamt 100 Euro“, sagt BVG-Sprecherin Petra Nelken.

3G-Kontrolle: Was passiert, wenn mein Handy streikt und ich den E-Impfpass nicht zeigen kann?

Doch es kann noch teurer werden. „Sind bei den Kontrollen Ordnungsamtsmitarbeiter dabei, können sie bei den Verstößen zusätzlich auch die behördlichen Bußgelder verhängen“, sagt die Sprecherin dem KURIER. Damit können Bußgelder in Höhe bis zu 2.500 Euro drohen. Laut dem aktuellen Berliner Bußgeldkatalog drohen allein bis zu 1000 Euro, wer keine oder nicht vollständige Angaben machen kann, etwa zu seinem Impf-, Genesenen oder Teststatus. Bis zu 100 Euro Bußgeld drohen bei Nichteinhaltung der Maskenpflicht.

Doch was ist, wenn geimpfte oder genesene Fahrgäste ihren elektronischen Nachweis bei Kontrollen zeigen können, weil der Handy-Akku seinen Geist aufgegeben hat. „Die Vertragsstrafe muss nicht sofort an die Kontrolleure gezahlt werden, sie nehmen ja nur die Daten der betroffenen Person auf“, sagt BVG-Sprecherin Nelken. „Nach Erhalt der späteren brieflichen Zahlungsaufforderung können Fahrgäste ihren existierenden Impf- oder Genesenennachweis nachreichen. Die Strafe entfällt.“

Allerdings müssen diese betroffenen Fahrgäste unter Umständen dennoch an der nächste Station den Bus oder die Straßen- und U-Bahn verlassen. Mit einem Schnelltest könnten sie die Fahrt fortsetzen.

Laut BVG-Vorstand Rolf Erfurt gebe es kaum Probleme bei der Einhaltung der 3G-Regelung. „Die neuen 3G-Regeln wurden von den allermeisten Fahrgästen schnell und problemlos angenommen“, sagt er. Es gebe „eine erfreulich hohe Quote derer, die sich an die in diesen schwierigen Zeiten wichtigen Regeln halten“. „Mit der mit dem Berliner Senat abgestimmten Vertragsstrafe verdeutlichen wir, wie wichtig uns die Einhaltung der 3G-Regel im Sinne der großen Mehrheit der verantwortungsvollen Fahrgäste ist“, sagt Erfurt.

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Aktuelle Zahlen zu den 3G-Kontrollen wurden nicht genannt, aber zu den Verstößen gegen die Maskenpflicht. Dabei wurden seit Juli 2020  etwa 16.000 Vertragsstrafen verhängt, hinzu kamen Ermahnungen oder auch schriftliche Betretungsverbote. Die „Maskenquote“ liegt seit Monaten täglich im Bereich von 97 bis 99 Prozent, so die BVG.