Der Doppeldecker wurde mit Geräten des sogenannten Rüstwagens angehoben.
Der Doppeldecker wurde mit Geräten des sogenannten Rüstwagens angehoben. Morris Pudwell

Zwei Mädchen sind am frühen Samstagabend auf der Lankwitzer Leonorenstraße von einem BVG-Bus der Linie 82 überrollt, über eine lange Strecke mitgeschleift und eingeklemmt worden. Ein Mädchen (15) starb, das andere, eine 14-Jährige, ist schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht worden. Der Busfahrer erlitt einen Schock.

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Unfall ereignete sich an einer Fußgängerampel, Mädchen gingen bei Rot

Der Unfall ereignete sich an einer Fußgängerampel in der Nähe der Eisbahn und des Hallenbads. Gegen 18.45 Uhr gingen gleich mehrere Notrufe bei der Feuerwehr ein, bei denen berichtet wurde, Personen seien unter dem Bus. Zeugen erzählten später, die Mädchen hätten die Straße bei Rot überquert. Das bestätigte die Polizei am Sonntag-Vormittag. Der Doppeldeckerbus habe eine Haltestelle verlassen und die Teenager angefahren.

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Neun Minuten nach dem Alarm war ein Notarzt eingetroffen, erklärte Feuerwehrsprecher Rolf-Dieter Erbe. Aus Charlottenburg-Nord kam ein Rüstwagen, mit dessen Geräten der Doppeldecker angehoben werden konnte. Anders wäre die Bergung der Mädchen nicht möglich gewesen. Da war die 15-Jährige wohl aber schon tot. Ihre Begleiterin kam mit schweren Verletzungen am Kopf und am Oberkörper zur stationären Behandlung in eine Klinik. „Dem Vernehmen nach soll jedoch bei ihr keine Lebensgefahr bestehen“, hieß es in der Mitteilung der Polizei.

Mit 41 Mann war die Feuerwehr auf der Leonorenstraße im Einsatz.
Mit 41 Mann war die Feuerwehr auf der Leonorenstraße im Einsatz. Morris Pudwell

Erbe sagte, der Rüstwagen sei schnell am Ort gewesen, und verwies auf den tödlichen Unfall einer Radfahrerin auf der Bundesallee: Damals war der Wagen mutmaßlich wegen einer Sperrung des Stadtrings A100 wegen Klima-Klebern spät gekommen. Die unter einem Betonmischer eingeklemmte Frau wurde „befreit“, in dem der Lkw noch einmal über sie hinwegrollte.

Anders sah es wohl aber beim Rettungswagen aus. Da zeigte sich wieder einmal der katastrophale Zustand des Rettungsdiensts: Der erste Rettungswagen kam 20 Minuten nach dem Alarm aus dem Norden Berlins, der zweite eine weitere Viertelstunde später: Er musste erst einen Einsatz abschließen.

Wieder Ausnahmezustand bei Rettungsdienst

Bei den Rettungswagen herrschte wie fast jeden Tag noch am späten Abend Ausnahmezustand: gegen 22 Uhr standen gerade einmal sieben Stück bereit.

Ein Notarzt kam mit dem Hubschrauber vom Unfallkrankenhaus in Marzahn.
Ein Notarzt kam mit dem Hubschrauber vom Unfallkrankenhaus in Marzahn. Morris Pudwell

Notarzt und Rettungswagen kommen üblicherweise getrennt voneinander, weil nicht in jedem Rettungswagen ein Notarzt sitzt, dieser auch nicht immer gebaucht wird. Auch in diesem Fall soll der Mediziner, der mit dem Hubschrauber vom Unfallkrankenhaus Marzahn gekommen sein soll, langer vor den Sanitätern vor Ort gewesen sein.

Nach Angaben der Polizei wurden mehrere Seelsorger an die Unfallstelle in der Leonorenstraße gerufen, weil es viele Zeugen des Unglücks gegeben habe. Dazu wurde ein Extra-Fahrzeug bereitgestellt. Eine Polizeiseelsorgerin kümmerte sich zudem um Einsatzkräfte, die die schrecklichen Bilder ebenfalls verarbeiten müssen.