Nach dem Fund einer Frauenleiche in einer Bunkeranlage in einem Waldstück bei Oranienburg steht ein Polizeiwagen im Wald.  dpa

Im Sommer 2021 wurde in einer Oranienburger Bunkeranlage aus der Nazizeit die Leiche einer Frau gefunden. Schnell stand der Ex-Freund der Getöteten Bianca S., einer jungen Mutter, unter Verdacht. Nun hat die Staatsanwaltschaft Neuruppin Mordanklage erhoben, Probleme macht die Untersuchungshaft.

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Der  29-jährige Oranienburger soll seine Ex-Freundin ermordet haben. Die Anklage bestätigte der zuständige Oberstaatsanwalt dem rbb am Freitag auf Nachfrage.  Die Ermittlungen seien abgeschlossen, das Landgericht prüfe nun die Anklage, ergänzte der Oberstaatsanwalt.

Ex-Freund Kurt L. droht eine lebenslange Haftstrafe

„Das Gericht prüft nun die Anklage und entscheidet dann, ob das Gerichtsverfahren eröffnet und die Anklage zur Hauptverhandlung zugelassen wird“, erläuterte der Oberstaatsanwalt. Zudem stehe noch eine Entscheidung darüber aus, ob der 29-jährige Kurt L. bis zur Verhandlung weiter in Untersuchungshaft bleibt. Hintergrund sei, dass bis zum vermutlichen Beginn der Hauptverhandlung die sechsmonatige Frist überschritten wird, die maximal für eine Untersuchungshaft vorgesehen ist. Die Frist kann allerdings bei Vorliegen bestimmter Gründe verlängert werden.

Polizei
Mit diesem Foto der getöteten Bianca S. suchte die Plizei nach ihrem Verschwinden. 

Sollte der mutmaßliche Täter im Fall Bianca S. schuldig gesprochen werden, so droht ihm als Höchststrafe eine lebenslange Haftstrafe.

Besucher der Bunkeranlage im Ortsteil Friedrichsthal hatten den leblosen Körper der jungen Mutter gefunden und die Polizei alarmiert. Der Bunker liegt abseits eines Waldweges. Die Frau war bei der Polizei als vermisst gemeldet gewesen. Die Polizei hatte mit dem mutmaßlich letzten Foto der Frau, das sie auf dem Oranienburger Bahnhof zeigt, nach Zeugen gesucht. Sie hinterlässt ein kleines Kind.