Polizeieinsatz vor und in der Senatsgesundheitsverwaltung: Ein Unbekannter hat einen dort tätigen Bundeswehrsoldaten angegriffen. 
Berliner KURIER/Paulus Ponizak  

Ein Unbekannter hat am Dienstag in der Senatsverwaltung für Gesundheit in Berlin-Kreuzberg einen dort aushelfenden Bundeswehrsoldaten attackiert. Zunächst hieß es von der Polizei, er habe ihn von hinten niedergeschlagen. Dann hieß es, der Angreifer habe ihn von hinten zu Boden gestoßen. Der Vorfall habe sich am späten Dienstagnachmittag ereignet, sagte Polizeisprecher Thilo Cablitz. Der Soldat wurde dabei leicht verletzt.

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Die Bundeswehr unterstützt Verwaltungen derzeit bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Die Polizei und auch Feldjäger der Bundeswehr waren mit einem Großaufgebot im Gebäude an der Oranienstraße auf der Suche nach dem unbekannten Täter. „Wir können nicht ausschließen, dass sich die Person noch in dem Gebäude befindet und begehen deshalb alle Räume“, sagte ein Polizeisprecher am Abend. Nach Angaben von Zeugen trug der Tatverdächtige blaue Jeans und schwarze Sportschuhe.

Motiv des Täters zunächst unklar 

„Wir wissen noch nicht, was dieser Täter in dem Objekt wollte“, sagte ein Ermittler dem Berliner KURIER. Aber im zweiten Jahr der Corona-Pandemie sei der Unmut gegenüber der Senatsverwaltung für Gesundheit und dem Bundesgesundheitsministerium groß. Angesichts dieser Umstände und weil die Motivation des Täters zunächst völlig unklar waren, wurden die Mitarbeiter der Gesundheitsverwaltung und auch der Sozialverwaltung, die sich in dem Haus befindet, zunächst von der Polizei angewiesen, ihre Büros nicht zu verlassen. Später führte die Polizei die Beschäftigten teilweise einzeln aus den gesicherten Bereichen des Gebäudes heraus. Der Täter wurde laut Polizei bis zum Abend nicht gefunden. 

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Der verletzte Bundeswehrsoldat wurde am Abend von Ermittlern befragt. Er gehört laut Gesundheitsverwaltung zu Bundeswehr-Kräften, die wegen der Corona-Pandemie in der Behörde im Einsatz sind. Sie arbeiteten im Krisenstab mit und seien zum Beispiel mit Aufgaben wie dem Management der Einladungen für Impftermine befasst, sagte Sprecher Moritz Quiske. Die Behörde war am Abend noch weiträumig abgesperrt. Aus der Ferne waren viele Polizisten zu sehen. Die Buslinie M29 wurde nach BVG-Angaben bei Twitter zwischen den Haltestellen Anhalter Bahnhof und Adalbertstraße/Oranienstraße umgeleitet.