Kinder sollen draußen bleiben, im Ernst? Nun rudert der Berliner Senat zurück. Nicolas Armer

Das kann doch nicht wahr sein: Kinder, die sich überhaupt nicht impfen lassen können, sollen von Veranstaltungen oder beim Familienbesuch im Restaurant ausgesperrt werden? Was hat sich der Berliner Senat nur dabei gedacht? Angesichts des breiten Protests gegen das neue 2G-Optionsmodell hat der Berliner Senat am Mittwoch im Eilverfahren Ausnahmen für Kinder beschlossen. Entsprechende Beratungen hatte die Gesundheitsverwaltung am Morgen angekündigt. Es gehe um „die übergangsweise Erweiterung des 2G-Optionsmodells um Kinder unter 12 Jahren, bis die Impfung dieser Kinder möglich ist“, hieß es.

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop sprach auf Twitter von einem „Fehler“, der auch ihr unterlaufen sei. Diese Entscheidung werde korrigiert.

2G: Berliner Veranstalter können beschließen, Ungeimpfte auszuschließen

Am Dienstag hatte der von SPD, Linken und Grünen getragene Senat beschlossen, dass am Samstag in etlichen Bereichen Betreiber selbst entscheiden können, ob sie den Zutritt zu Innenräumen wie bisher Geimpften, Genesenen und Getesteten (3G) erlauben oder unter Wegfall etwa der Maskenpflicht und mit mehr Teilnehmern nur noch Geimpften und Genesenen (2G).

Für breite Kritik auch aus den Reihen der Koalition hatte gesorgt, dass es laut der Senatsentscheidung für Kinder, für die noch keine Impfung möglich ist, keine Ausnahme geben soll. Hier will der Senat eineinhalb Wochen vor der Abgeordnetenhauswahl nun offenbar schnell nachsteuern.