Kommen Elche bald bis in die Hauptstadt? Am südlichen Berliner Ring hat ein Autofahrer ein Exemplar der weltweit größten Hirschart gesehen. Dem Elchmonitoring Brandenburg liegen Foto- und Videoaufnahmen sowie Augenzeugenberichte vor, wie der Wildtierbiologe Benjamin Gillich vom Landeskompetenzzentrum Forst in Eberswalde sagte.
Autofahrer macht unerwartete Begegnung
Das Material deute darauf hin, dass sich seit dem 28. Mai zwei junge Elche im Raum zwischen Grünheide und Spreenhagen aufhielten, ein männliches und ein weibliches Tier.
Ein Autofahrer berichtete, dass er am frühen Samstagmorgen am Autobahndreieck Spreeau, das die A10 und A12 verbindet, einen Elch gesehen habe. „Ich habe in meinem Leben noch nie einen Elch gesehen. Da erschrickt man sich erstmal. Das war ein Riesentier, direkt im Kreuz", sagte er der Märkischen Oderzeitung.
In Skandinavien und Polen leben viele Elche, in Deutschland sind die Tiere nach wie vor selten. Das seit 2013 bestehende Elchmonitoring zeigt von Jahr zu Jahr schwankende Zahlen bei den Sichtungen. Ein eindeutiger Trend sei derzeit nicht erkennbar, so Gillich.

Im Jahr 2025 gingen laut Forst-Behörde insgesamt 19 Elchmeldungen ein. Im laufenden Jahr wurden bereits 24 Elch-Beobachtungen gemeldet, Stand 4. Juni 2026. Mehrfachmeldungen desselben Tieres seien dabei wahrscheinlich, hieß es. Vor allem in den östlichen Landkreisen werden immer wieder Elche gesehen. Die Tiere, die als Einzelgänger gelten, können um die 500 Kilo schwer sein.
Elch Bert: Seit Jahren zuhause in Brandenburg
In den meisten Fällen handelt es sich um durchziehende Tiere, wie Elch-Fachmann Michael Striese erklärt. Eine Ausnahme ist Elch Bert: Im Naturpark Nuthe-Nieplitz südwestlich von Berlin ist der mit einem Sender ausgestattete Elch heimisch geworden und lebt seit Jahren alleine in der Gegend. Auffällig ist seine Vorliebe, sich im Sommer in der Nähe von Kühen aufzuhalten.
„Senderelch Bert zeigt seit 2018, dass es einem Elch grundsätzlich möglich ist, dauerhaft in Brandenburg zu leben", sagt Wildtierbiologe Gillich. Eine besondere Herausforderung seien heiße Sommer, da die Tiere dann auf Feuchtgebiete und offenes Wasser zur Kühlung angewiesen seien. Kalte Winter hingegen bereiteten den Elchen in der Regel keine Probleme.


