Jüdisches Krankenhaus im Wedding. Gudath

Die Vorbereitungen auf die Entschärfung einer 250 Kilogramm schweren Weltkriegsbombe am Sonntag in Berlin-Gesundbrunnen laufen. Sie war am 19. November auf dem Gelände des Jüdischen Krankenhauses an der Iranischen Straße gefunden worden. Der Fundort wird am Sonntagmorgen ab kurz nach 6 Uhr in einem Umkreis von 500 Metern abgesperrt, wie eine Sprecherin der Polizei am Freitag sagte. „Ab dann kann dort niemand mehr rein, und wer noch drin ist, muss raus.“

Betroffen sind rund 15.000 Menschen in den beiden Bezirken Mitte und Reinickendorf, die aufgefordert wurden, ihre Wohnungen bis 6 Uhr zu verlassen und den dritten Adventssonntag möglichst bei Freunden oder Verwandten zu verbringen.

Jüdisches Krankenhaus wird evakuiert

Innerhalb der Sperrzone besteht Lebensgefahr, wie die Polizei warnt. Das Jüdische Krankenhaus nahe der Bombenfundstelle werde daher evakuiert, sagte die Polizeisprecherin, das gelte auch für die DRK-Kliniken im nordöstlichen Teil der Sperrzone. Einzelne Patienten seien bereits verlegt worden. Am Sonntagmorgen werde die Polizei von Haus zu Haus gehen und klingeln. „Wir rechnen nicht damit, dass tatsächlich alle schon weg sein werden“, sagte die Sprecherin.

Die beiden Zünder der amerikanischen Weltkriegsbombe sollen nach Angaben der Polizei möglichst am Fundort entschärft werden. Wie viel Zeit dafür nötig sei, lasse sich schwer einschätzen. Wenn es geschafft sei, könnten die Anwohner zurück in ihre Wohnungen.

Bezirksamt Mitte bietet Unterkünfte an

Der Großteil der Menschen, die vorübergehend anderswo unterkommen müssen, lebt im Bezirk Mitte, der deutlich kleinere in Reinickendorf. Das Bezirksamt Mitte bietet für diejenigen, die nicht wissen, wohin sie gehen könnten, Unterkünfte an, zu denen den Morgen und Vormittag über Shuttle-Busse fahren. Sie sollten sich dafür bis spätestens 11.30 Uhr an Sammelpunkte rund um die Sperrzone begeben.

Für Menschen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden beziehungsweise sich in Quarantäne befinden, soll es eigene Unterkünfte geben. Sie können sich an eine Hotline der beiden Bezirksämter wenden.

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Während der Sperrmaßnahmen sind starke Einschränkungen des Verkehrs vor allem auf der Reinickendorfer Straße (B96) und der Osloer Straße zu erwarten. Außerdem soll der U-Bahn- und Tramverkehr in dem Bereich während des Einsatzes eingestellt werden.