Blick auf das Jüdische Krankenhaus im Wedding. Auch hier bereitet man sich auf die Evakuierung wegen einer Bombenentschärfung vor.  Sabine Gudath

Auf dem Gelände des Jüdischen Krankenhauses an der Iranischen Straße in Berlin-Gesundbrunnen ist eine 250 Kilogramm schwere Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Diese soll am Sonntag, 12. Dezember 2021, vor Ort entschärft werden. Während der Entschärfung sind alle die in einem Umkreis von 500 Metern um die Fundstellewohnen, den Sperrkreis bis zum Morgen um 6 Uhr zu verlassen. „Wer sich in dieser Zeit innerhalb des Sperrkreises aufhält, begibt sich in Lebensgefahr!“, heißt es in einer Mitteilung des BEzirksamtes. 

Der abgesperrte Bereich wird durch folgende Straßen begrenzt:

Norden:           Residenzstraße / Reginhardstraße

Osten:                Osloer Straße / Drontheimer Straße

Süden:              Reinickendorfer Straße / Nauener Platz

Westen:            Seestraße / Groninger Straße

Es wird empfohlen, auch Fahrzeuge außerhalb des betroffenen Bereichs zu parken.

Verkehrseinschränkungen durch Bombenentschärfung  - keine Tram 

Während der Sperrmaßnahmen ist mit starken Verkehrseinschränkungen insbesondere auf den Verkehrsachsen B96 (Reinickendorfer Straße) und Osloer Straße zu rechnen. Es wird gebeten, das Gebiet am 12. Dezember weiträumig zu umfahren. Der öffentliche Nahverkehr (U-Bahn, Tram) wird während des Einsatzes in dem Bereich eingestellt.

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Die Anwohnenden werden in den kommenden Tagen mit Flugzetteln über die bevorstehenden Evakuierungsmaßnahmen informiert. Wer die Möglichkeit hat, wird gebeten, am 12. Dezember bei Freunden oder Angehörigen unterzukommen. Für diejenigen, die dies nicht können, stellt das Bezirksamt Mitte Alternativunterkünfte bereit. Die Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, für die Zeit der Evakuierung wichtige persönliche Gegenstände, Medikamente, Windeln etc. für mindestens zwölf Stunden mitzunehmen. Die Mitnahme von Haustieren in die Unterkünfte ist nicht möglich.

Folgende Sammelpunkte für Menschen, die eine Alternativunterkunft benötigen, sind eingerichtet

1. Osloer Straße 36-37, 13359 Berlin

2. Reinickendorfer Str. ggü. 71-73, 13347 Berlin

3. Seestraße 80, 13347 Berlin

Bitte finden Sie sich am 12.12.2021 bis spätestens 11.30 Uhr an den Sammelpunkten ein. Shuttle-Busse bringen Sie dann zu den Unterkünften.

Für Menschen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden oder die sich in Quarantäne befinden, wird es gesonderte Unterbringungsmöglichkeiten geben. Sie sollen sich an die Hotline des Bezirksamtes Mitte (s.u.) wenden. Die Bezirksämter Mitte und Reinickendorf haben eine Hotline für die Betroffenen eingerichtet. Sie ist vom 8. bis 11. Dezember von 9 bis 15 Uhr und am 12. Dezember von 7 bis 18 Uhr unter der Nummer: (030) 9018 46 660 oder per E-Mail unter bombenfund@ba-mitte.berlin.de erreichbar.

Bettlägerige Menschen oder Menschen, die Menschen im Sperrkreis kennen, die sich nicht alleine helfen können, sowie soziale und Pflegeeinrichtungen sollen ihren Unterstützungsbedarf an die Hotline des Bezirksamtes Mitte melden.

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Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, Nachbarn zu informieren, insbesondere wenn diese hör- oder sehgeschädigt sind oder es Sprachbarrieren gibt. Die Bezirksämter Mitte und Reinickendorf sowie die Polizei Berlin werden am Tag der Bombenentschärfung fortlaufend über den Stand der Maßnahmen informieren. Bitte nutzen Sie Radio, Fernsehen oder das Internet, insbesondere die Sozialen Medien der Polizei Berlin und der Bezirksämter Mitte und Reinickendorf.

Jüdisches Krankenhaus bereitet Evakuierung vor 

Alle rot markierten Häuser müssen am 12. Dezember bis 6 Uhr am Morgen verlassen werden.  Polizei Berlin

Betroffen ist auch das Jüdische Krankenhaus, das sich bereits auf die Evakuierung vorbereitet. So nimmt das Krankenhaus seit Montag nur noch Patienten für maximal 24 Stunden auf, wie die Klinik mitteilte. Demnach werden alle Patientinnen und Patienten informiert, deren Termine verlegt werden müssen. Auch ein Altenheim liegt in unmittelbarer Nähe zum Fundort.