In Deutschland ist Feuerwerk nur kurz vor Silvester erhältlich. Anders in Polen. Die Bundespolizei warnt vor illegalen Böllern. 
In Deutschland ist Feuerwerk nur kurz vor Silvester erhältlich. Anders in Polen. Die Bundespolizei warnt vor illegalen Böllern.  imago/Seeliger

In den vergangenen beiden Jahren waren die Jahreswechsel stiller und auf den Straßen auch entspannter als sonst. Verkaufsverbote und knallfreie Zonen, sowie Versammlungsverbote hatten während der Pandemie den Feuerwerks-Fans die Luft aus den Segeln genommen. In diesem Jahr ist wieder alles erlaubt. Ob Städte oder Gemeinden in diesem Jahr ein Böllerverbot aussprechen, liegt in deren Hand. Für Berlin sind zumindest böllerfreie Zonen geplant. Nach jetzigem Stand geht es dabei um den Alexanderplatz, den Steinmetzkiez in Schöneberg nahe der Pallasstraße und um einige Straßen in Alt-Moabit. Dort ging es in den Jahren vor der Pandemie oft besonders heiß her. Überall anders in der Stadt heißt es in diesem Jahr aber wohl wieder „Feuer frei“. 

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Feuerwerksverbot gefordert 

Ende November hatte die Deutsche Umwelthilfe und die Gewerkschaft der Polizei ein generelles Feuerwerksverbot. Ohne Verbot drohten wieder ein starker Anstieg von Todesfällen, tausende unnötige Verletzungen, Millionen geschädigte Haus- und Wildtiere sowie neue Rekordwerte für die Luftbelastung zum Jahreswechsel, so der Verband. 

Ob das Feuerwerk zu Silvester wirklich sein muss, darüber sind die Deutschen sich nicht einig. Die Verbraucherzentrale Brandenburg hat eine Umfrage beauftragt und herausgefunden, dass die Mehrheit der Befragten (53 Prozent) für ein Verbot privaten Feuerwerks zu Silvester sind. 39 Prozent sind dagegen.

Illegale Polen-Böller teils gefährlich 

Weil sich viele Berliner und Brandenburger jetzt schon mit Knallern und Feuerwerk eindecken, warnt die Bundespolizei vor illegalen Böllern aus Polen. Schon mehrfach wurde die Einfuhr illegaler Böller aus Osteuropa gestoppt.  

Kontrollen von Bundespolizei und Zoll in Vorpommern haben gezeigt, dass das Interesse an Böllern und Feuerwerk aus dem Ausland groß ist.  In dem Zusammenhang weise man darauf hin, dass ein Großteil von Böllern und Feuerwerksbatterien, die auf Märkten in Polen angeboten werden, dem Sprengstoffgesetz unterliegen und von Privatpersonen ohne entsprechende Berechtigungen nicht eingeführt werden dürften.

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Innerhalb eines Monats seien bei Kontrollen zwischen der Autobahn 20 bei Tribsees (Vorpommern-Rügen), Ahlbeck auf Usedom und der A11 in Vorpommern etliche Einfuhren solcher Böller gestoppt worden, wie der Sprecher der Bundespolizei in Pasewalk sagte. So sei vor wenigen Tagen ein Autofahrer in Pomellen (Vorpommern-Greifswald) angehalten worden. Im Kofferraum hätten verbotene Raketen, Knall- und Feuerwerkskörper gelegen, darunter eine Batterie mit 100 Schuss. Sie seien beschlagnahmt worden.

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Zoll und Bundespolizei hätten bereits im November an der A20 nahe Anklam 19 000 Feuerwerkskörper beschlagnahmt. Die Ladung wurde dem Munitionsbergungsdienst zur Vernichtung übergeben. Bei Tribsees wurden zudem Böller und mehrere Batterien mit insgesamt 1,4 Kilogramm Sprengstoff in einem Fahrzeug gefunden.

Achtung vor gefälschten CE-Zeichen bei Polen-Böllern 

Tests des Bundesamtes für Materialforschung hätten die Gefährlichkeit solcher nicht zugelassener Pyrotechnik nachgewiesen, sagte der Bundespolizeisprecher. Wer nach Pyrotechnik schaue, sollte an den Marktständen zwischen Ahlbeck und Stettin (Szczecin) sehr genau hinsehen. Denn auch Prüfzeichen wie das „CE“-Zeichen könnten nicht echt sein.

Feuerwerk darf an bestimmten Orten gar nicht gezündet werden. 
Feuerwerk darf an bestimmten Orten gar nicht gezündet werden.  imago /Marius Schwarz

Das Knallen ist übrigens, abgesehen von Verbotszonen nach dem bundesweit geltenden Sprengstoffgesetz an bestimmten Orten generell verboten: „Das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden oder Anlagen ist verboten“, heißt es dort.

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Weiter heißt es im Sprengstoffgesetz: „Am 31. Dezember und 1. Januar dürfen pyrotechnische Gegenstände der Kategorie 2 auch von Personen abgebrannt werden, die das 18. Lebensjahr vollendet haben“. An allen anderen Tagen ist das Böllern verboten.

In Deutschland sind Böller und Raketen daher auch nur kurz vor Silvester erhältlich. Anders in Polen, wo Raketen und Knaller das ganze Jahr über zu kaufen sind .