Polizeibeamte stehen hinter explodierendem Feuerwerk.
Polizeibeamte stehen hinter explodierendem Feuerwerk. Julius-Christian Schreiner/TNN/dpa

Ganz Deutschland ist schockiert über die Bilder aus der Berliner Silvesternacht – auf einigen Straßen Neuköllns herrschte das blanke Chaos! Barrikaden wurden angezündet, Passanten, Rettungskräfte und Balkone mit Feuerwerk beschossen. Während viele bei solchen Szenen sicherlich Reißaus genommen hätten, war ein Motorradfahrer mittendrin – und dokumentiert auf seinem Youtube-Kanal die wahrscheinlich gefährlichste Ausfahrt des Jahres.

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Silvester in Berlin: Diese Motorrad-Fahrt ist einfach lebensgefährlich

Auf seinem Kanal „Ogi Berlin“ veröffentlicht der Youtube-Star (64.100 Abonnenten) regelmäßig Videos, die er beim Fahren mit der Kamera aufnimmt. So auch in der Silvesternacht. „So, Freunde, ich tue das gerade wirklich. Wir fahren an Silvester gleich Motorrad!“ Eine halbe Stunde vor Mitternacht fährt er los, durch Neukölln. „Ich bin aufgeregt, ich hoffe, ich werde das überleben.“

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Um Mitternacht wolle er die Hauptstraßen meiden. „Es ist saugefährlich, was ich hier gerade mache. Wenn mich eine Rakete trifft oder eine Flasche auf der Straße steht, bin ich am Arsch.“ In Neukölln hätten die meisten Böller aus Polen und Tschechien. „Ich gefährde hier mein Leben.“ Aber: Er wolle auch „geilen Content“ liefern – und so etwas habe noch nie jemand gemacht.

Wer in Teilen Neuköllns auf die Straße wollte, musste in der Silvesternacht sehr vorsichtig sein.
Wer in Teilen Neuköllns auf die Straße wollte, musste in der Silvesternacht sehr vorsichtig sein. Volkmar Otto

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Er fährt durch die Straßen Neuköllns, überall wird mit Feuerwerk geschossen. Zwischendurch sprechen ihn Passanten an. „Du kannst hier nicht fahren.“ Dann versagt das Motorrad, ein Bekannter hilft, schiebt ihn an. Etwas später fährt er hinter einem Bus durch die Straßen, als Feuerwerk geflogen kommt. „Der Bus wird abgeknallt, ich werde auch abgeknallt!“ Böller-Irre legen Raketen auf den Boden, lassen sie durch die Straßen fliegen. Beschießen ihn sogar direkt mit Silvesterraketen. „Alter, was mache ich hier?“

Später zündet jemand eine Kugelbombe auf dem Mittelstreifen der Straße, er fährt mit seinem Motorrad in den Funkenregen. „Weg hier!“ Wieder etwas später kommt er in einer Ecke, in der es brennt. „Das machen immer die Jugendlichen, weil sie Spaß dran haben Feuer anzuzünden“, sagt er. „Ich weiß, Scheiße macht Spaß, aber man sollte es nicht übertreiben. Die haben einfach eine Mülltonne angezündet – sowas macht man nicht.“

Plötzlich wird der Filmer selbst mit Feuerwerk beschossen!

Die Feuerwehr ist schon da und löscht, doch der Einsatzwagen wird mit Schreckschusswaffen beschossen. „Ein Glück wurde ich nicht angeschossen.“ Doch schnell wendet sich das Blatt: Als das Feuerwehrauto wegfährt, fliegen die Geschosse plötzlich in Richtung der Kamera. „Jetzt schießen die auf mich!“ Immer wieder fliegen Raketen, immer wieder brennt es – zwischendurch passiert das Motorrad Straßen-Ecken, an denen sogar Fahrräder und Elektroroller verbrannt werden.

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Die Bilanz der Nacht fällt verheerend aus: In Berlin berichtete die Polizei am Sonntag von Angriffen auf Einsatzkräfte im gesamten Stadtgebiet. 18 Polizeikräfte seien dabei verletzt worden. Ein Beamter habe nach massivem Beschuss mit Pyrotechnik schwere Verbrennungen erlitten. Die Intensität der Angriffe sei „mit den Vorjahren nicht zu vergleichen“ gewesen, hieß es weiter. Insgesamt seien 103 Personen festgenommen worden, darunter 98 Männer und fünf Frauen. Es seien zahlreiche Ermittlungsverfahren eingeleitet worden.