Eine echte Berliner Institution ist das Blumencafé in der Schönhauser Allee: Begründer und Chef Michael Schaarschmidt (49). Foto: Volkmar Otto 

Arno und Charly, die Papageien, krächzen es dieser Tage mit Karacho von jedem Ast. Das Blumencafé auf der Schönhauser Allee darf nach langer Zitterpartie doch bleiben. Der Chef der Aras und eines 25-köpfigen Teams, Michael Schaarschmidt, ist erleichtert, dass sein Dschungel nun weiter wachsen kann, wo er seine Wurzeln hat. 

„Seit dem Frauentag haben wir wieder geöffnet, und dieser Start war ein richtig guter“, sagt Schaarschmidt am Telefon. Nach zähem Ringen, vielen Solidaritätsbekundungen und auch Berichten in den Medien hat er sich mit dem Besitzer des Hauses Nummer 127a auf einen neuen Mietvertrag einigen können. 

Die freundlichste grüne Hölle im Kiez, erwähnt in Reiseführern, ist ein Wohnzimmer für Politiker, Handwerker, Studenten und Touristen – und sie bleibt es. „Wir haben einen anständigen Mietvertrag für die nächsten fünf Jahre mit der Option auf zehn weitere Jahre zu ortsüblichen Mieten“, sagt Schaarschmidt. Damit könne man gut leben und planen. „Da ist schon eine Mordslast von uns abgefallen.“

Blumencafé will expandieren 

Die Pläne, noch in diesem Jahr zu expandieren, kann Schaarschmidt nun weiter vorantreiben. Nur fünf Minuten mit dem Lastenfahrrad durch den Mauerpark entfernt befindet sich das ehemalige Café Niesen. Hier, im Haus des Rammstein-Frontmanns Till Lindemann, entsteht eine Filiale, ein grüner Ableger des Blumencafés. 

„Wir haben lange in der Luft gehangen“, sagt Schaarschmidt. Im Blumencafé gebe es daher einiges zu renovieren und sanieren. Voller Elan will Schaarschmidt diese Arbeiten jetzt angehen. Dazu schließt das Café zunächst für einige Wochen, der Werkstattbetrieb und der Blumenverkauf zieht für die Dauer der Umbaumaßnahmen in die zweite Filiale in der Schwedter Straße. Dort gibt es etwa drei Wochen lang weiterhin Fensterverkauf und Werkstattbetrieb. „Währenddessen haben wir in der Schönhauser Allee den Laden dann auf den Stand gebracht, auf den wir ihn seit Jahren gern gebracht hätten“, so Schaarschmidt weiter. Wenn die Cafés wieder öffnen dürfen, wollen sie bereit sein. 

Natürlich habe man mit der Belegschaft mit Champagner angestoßen, sagt Schaarschmidt. Auch Nachbarn und prominente Unterstützer wie Gregor Gysi hatten sich für den Verbleib starkgemacht und sind nun erleichtert. 

Die Aras Arno und Charly singen inzwischen Loblieder auf den Vermieter, grinst Schaarschmidt. Na ja, so melodisch, wie Papageien eben singen.