Das Wilmersdorfer Bürgeramt am Hohenzollerndamm: Termine sind überall in Berlin Mangelware. imago/Schöning

Chaos Bürgeramt. Eigentlich sollte jeder Berliner die Möglichkeit haben, innerhalb von 14 Tagen einen Termin zu bekommen. Möglichst auch bei sich in Wohnnähe. Berlin bekommt das aber seit Jahren nicht auf die Reihe. Mal fehlt das Personal, mal wird es auf Corona geschoben. Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hat nun deutliche Verbesserungen beim Serviceangebot der Bürgerämter angekündigt. Es sollen bis zu fünf neue Bürgerämter eröffnet, 100 für die Bürgerämter zweckgebundene zusätzliche Mitarbeiter eingestellt und ein Pool an Beschäftigten eingerichtet werden, der bei Personalengpässen einspringen soll.

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Wie sieht es zurzeit aus? Schlimm. Heute um 12.03 Uhr der Versuch. Unter service.berlin.de/terminvereinbarung/ lassen sich im Internet Termine buchen. Theoretisch. Mein Bürgeramt in Wohnnähe ist das in der Fröbelstraße in Prenzlauer Berg. Kein Termin im Mai, keiner im Juni, keiner im Juli. Dasselbe für das Bürgeramt Pankow.

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Bürgerämter: Erster freier Termin am 15. Juli

Also umgeschwenkt auf die berlinweite Suche. Da habe ich Erfolg, immerhin. Aber: Der früheste Termin, der mir angezeigt wird, ist am 15. Juli ... In Heiligensee, in der Blaschkoallee oder in Tegel. Nicht, was man einfach mal so nebenbei erledigen kann. Da geht ein freier Tag für drauf.

Die Situation in den Bürgerämtern hat nicht zuletzt während der Corona-Pandemie immer wieder für Ärger gesorgt. Termine sind bis heute nur mit langem Vorlauf zu bekommen und nicht innerhalb von 14 Tagen, wie es nach Ansicht des Senats sein sollte. Spranger hat inzwischen eine „14-Tage-Arbeitsgruppe“ ins Leben gerufen, die bis März 2023 verbindliche Konzepte und Entscheidungen treffen soll, wie die Zeitung weiter berichtet. Dazu gehören auch die Standorte der neuen Bürgerämter.

Köpenicks Bürgermeister gegen Pool-Plan der Senatorin

„Wir unterstützen die Pläne des Senats, die Bürgerämter personell aufzustocken“, sagt Treptow-Köpenicks Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD) der Morgenpost. Das sei der richtige Weg. „Aber in dem Stellenpool wird niemand glücklich.“ Die personelle Fluktuation in den Bürgerämtern sei ohnehin hoch.

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Es werde kaum möglich sein, die Stellen in dem Pool zu besetzen, sagt Igel, der im Auftrag des Rates der Bürgermeister einen Brief an die Innensenatorin geschickt hat. „Im Sinne der Bindung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern böte sich eine bessere Perspektive, wenn den Kollegen ein fester Einsatzort angeboten werden könnte“, heißt es darin. Die Innensenatorin überzeugt das nicht: „Die Pool-Lösung ist richtig und wird eingerichtet“, sagt sie.