Turbulente Wetterlage in Deutschland: Schneeschauer sind in der Nacht zu Donnerstag von der Ostsee über weite Teile Deutschlands gewandert. Erneut haben die Nachttemperaturen vielerorts sibirische Tiefstwerte erreicht – Spitzenreiter in zwei Meter Messhöhe ist der Ort Bad Königshofen mit minus 21,4 Grad. Fünf Zentimeter über dem Erdboden lag die Temperatur in Bad Königshofen sogar bei 26,6 Grad, berichtet Diplom-Meteorologe Dominik Jung (wetter.net). 

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Arktische Polarluft hat auch unsere Region weiter im Griff: Tiefstwerte von bis zu minus 20 Grad erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) bis zum Sonntag. Auch tagsüber bleiben Berlin und Brandenburg vorerst in der Dauerfrost-Falle. Berliner Winterfans können sich demnach über Neuschnee bis zu fünf Zentimeter freuen, weiter nördlich fallen in Brandenburg am Donnerstag bis zu zehn Zentimeter Schnee. Wetterexperte Jung macht hierfür den „Lake Effect“ verantwortlich: Über der Ostsee haben sich Niederschläge gebildet, die nun ihren Weg zu uns gefunden haben. Weiter westlich heitert der Himmel auf – in weiten Teilen Deutschlands scheint am Nachmittag die Sonne.

Berlin verharrt im Polarmodus – sonniges Wochenende in Sicht

Dort können die Temperaturen tagsüber leicht über die Frostgrenze steigen – doch Berlin verharrt im Frostmodus. Polarhoch Helida trägt weiterhin bitterkalte Arktisluft nicht nur in unsere Region. Inzwischen hat die Kaltluft auch weite Bereiche Großbritanniens, Frankreichs und den Balkan erfasst. Der DWD warnt in weiten Bereichen Deutschlands vor strengem Frost am Donnerstag – ausgenommen sind lediglich der Norden und der südlichste Streifen Deutschlands. Die Niederschläge sowie durch Streusalz aufgetaute und wieder überfrorene Nässe sorgen dabei für gefährlich glatte Straßen.

Ab Freitag setzt sich allerdings auch in Berlin und im Umland die Sonne durch. Wetterexperte Jung verspricht ein „sehr freundliches Winterwochenende“. Tagsüber sei mit sehr viel Sonnenschein zu rechnen, aber nachts fallen die Temperaturen brutal ab. Ab Sonnabend kratzt Berlin dann tagsüber bereits kräftig an der Null-Grad-Marke. Sonntag könnte es örtlich aus dem Frostbereich hinausgehen. Aber bereits zu Beginn der neuen Woche geht dem Wärmeschub offenbar die Puste aus: Die Höchstwerte verharren überwiegend im Frostbereich – und dort bleiben sie wohl auch am Dienstag. Allerdings sorgt dann wärmere Luft im Westen Deutschlands bereits für Tauwetter. „Deutschland taut ganz langsam vom Westen her auf“, so Wetterexperte Jung, der allerdings für den Nordosten einschließlich Berlin weiterhin mit Dauerfrost rechnet.

Nur langsam werden wir zum Monatsende hin aus dem Frostbereich herauskriechen: Die Kaltluft verharrt weiter in unserer Region und will nicht so leicht aufgeben. Die Trendwende sieht Diplom-Meteorologe erst am übernächsten Wochenende in Ostdeutschland – dann könnte sich endlich das Tauwetter auch in unserer Region durchsetzen und schon einmal auf den kommenden Frühling blicken lassen. Doch bis dahin vergeht noch viel Zeit. Ob nicht doch neue Polarluft bis dahin für eine Verlängerung des Bibberwinters sorgen wird, ist aus heutiger Zeit nicht ausgemacht.