Tausende Berliner müssen sich nach dem Störfall im Kraftwerk Klingenberg weiter warm anziehen. imago

Nach dem Störfall im Kraftwerk Klingenberg und einer Bibbernacht ohne Strom ist der Osten Berlins wieder am Netz. Jetzt müssen nur alle Pumpen wieder laufen, besonders in Hochhäusern ist das eine Herausforderung.

Der Wärmeausfall in Hunderttausenden Haushalten im Berliner Osten ist behoben, das Bezirksamt Lichtenberg hat am Montagmorgen seinen Warnhinweis in der Katastrophen-Warnapp Nina zurückgenommen. „Das Heizkraftwerk Klingenberg ist wieder problemlos hochgefahren und bereits seit heute Nacht wird wieder Wärmeenergie geliefert“, teilte das Bezirksamt über die App mit.

Der Katastrophen- und Zivilschutzbeauftragte des Bezirks Lichtenberg, Philipp Cachée, sagte, die meisten Haushalte seien bereits seit etwa 3.00 Uhr wieder mit Fernwärme versorgt gewesen, konnte allerdings keine verlässlichen Zahlen liefern, wer wirklich betroffen war und weiter betroffen ist.

Viele Hausmeister betreuen beim Störfall mehrere Wohnhäuser gleichzeitig

Etwas länger könnte es in einigen Hochhäusern dauern. Hier müssten die Hausmeister erst die sogenannten Übertragungsstationen manuell zurücksetzen, sagte Cachée. Diese Stationen regeln die Wärmeübertragung des Fernwärmenetzes in die Häuser. Viele Hausmeister seien deswegen bereits in der Nacht unterwegs gewesen. Es sei aber nicht auszuschließen, dass das in einigen Häusern noch nicht geschehen sei. Denn viele Hausmeister betreuen mehrere Wohnhäuser gleichzeitig. Es kann also für Tausende Mieter auch noch den Montagvormittag über dauern.

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Ein kurzer Stromausfall beim landeseigenen Stromnetzbetreiber Stromnetz Berlin hatte am Nachmittag auch das Heizkraftwerk Klingenberg im Ortsteil Rummelsburg lahmgelegt, wie der Energieversorger Vattenfall mitteilte. Das Kraftwerk, das dem Unternehmen gehört, musste heruntergefahren werden.

Rund 90.000 Haushalte im Berliner Osten blieben deshalb am Sonntagabend über Stunden ohne Heizung und ohne warmes Wasser. Am Sonntag hatte es dagegen geheißen, es seien deutlich mehr als 300.000 Haushalte betroffen. Schwerpunkt war der Stadtteil Berlin-Friedrichsfelde. Laut dem Bezirksamt Lichtenberg waren aber auch Menschen in Karlshorst, Oberschöneweide und in Teilen von Treptow-Köpenick betroffen.

Das Heizkraftwerk Klingenberg versorgt mehr als 300.000 Haushalte

Cachée betonte, dass das Kraftwerk nach derzeitigem Kenntnisstand durch den abrupten Betriebsstopp keinen Schaden genommen habe. Das muss allerdings noch restlos geklärt werden. Auf einen Blick kann so eine Anlage nicht gecheckt werden. Das Heizkraftwerk Klingenberg versorgt mehr als 300.000 Haushalte mit Strom und Wärme.

Der Stromausfall am Nachmittag lag laut dem Netzbetreiber Stromnetz Berlin an einer technischen Störung in einem Umspannwerk in Berlin-Friedrichshain. Dort sowie in Prenzlauer Berg und Lichtenberg waren für wenige Minuten rund 20.000 Haushalte ohne Strom gewesen, wie eine Sprecherin sagte.

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Allerdings blieben in der Folge auch die Bahnhöfe Ostbahnhof, Warschauer Straße, Ostkreuz und Lichtenberg vorübergehend ohne Licht. Der Zugverkehr war indes nicht betroffen. Laut Katastrophenschützer Cachée waren auch vier Krankenhäuser längere Zeit von den Folgen des Stromausfalls betroffen. Ob Patienten dabei zu Schaden kamen, ist bis jetzt nicht bekannt.