Immer mehr Boote liegen dauerhaft in der Rummelsburger Bucht - nun sollen sie weg.
Foto: cam.cop media / Andreas Klug

Berlin - Sie ist ein beliebtes Ausflugsziel vieler Bootsfahrer – doch künftig ist hier nur noch Vorbeifahren erlaubt: In der Rummelsburger Bucht werden in der kommenden Woche Schilder aufgestellt, um ein Festmach- und Liegeverbot auf der Lichtenberger Seite des Sees durchzusetzen. Anwohner des Ufers hatten sich lange dafür eingesetzt.

Schon lange hatten sich Uferbewohner über das Leben auf dem Wasser beschwert – immer wieder habe es auf den Booten, die hier schon lange liegen, Partys gegeben, Lärm, außerdem illegale Müllentsorgung. Es steht dem Namen der Bootssiedlung, die hier immer weiter wuchs, entgegen: „Lummerland“ heißt der Verband, der in den vergangenen Jahren stetig wuchs, bis aus rund 20 Booten insgesamt 200 wurden.   Mit der Anzahl der Kähne wuchs auch die Zahl der Beschwerden. Im Februar 2019 klagte eine Anwohner-Gruppe bei Innensenator Andreas Geisel – Sie sprachen von Drogenhandel und Wasserverschmutzung auf Lummerland. Unter anderem werde der See zur Entsorgung von Fäkalien genutzt. Auch Clara Herrmann, Umweltstadträtin von Friedrichshain, sprach von einem „Beschwerde-Hotspot“: Immer wieder gab es Klagen über Drogen, Müll, Aggressivität.

„Fehlnutzen“ der Bucht wird nicht mehr toleriert

Nun ist Schluss mit dem Lotterleben auf dem Wasser: Am Montag sollen an der Lichtenberger Seite des Rummelsburger Sees Verbotsschilder aufgestellt werden. Das Festmachen und Liegen mit Booten ist in sechs festgelegten Bereichen am Ufer dann untersagt – die Wasserschutzpolizei soll die Einhaltung der Regeln kontrollieren, heißt es in einer Mitteilung des Bezirksamtes. Ausgenommen vom Verbot seien Bereiche, für die Nutzungsverträge mit dem Wasserstraßenamt vorliegen.

„Anwohner und Nutzer des Sees wiesen in vielen Gesprächen, Veranstaltungen und Schreiben wiederholt darauf hin, dass insbesondere von den stillliegenden Booten teils eine hohe Beeinträchtigung und illegale Müllentsorgung an den Uferbereichen ausgeht“, sagt Martin Schaefer (CDU), Lichtenbergs Bezirksstadtrat für Umwelt und Verkehr. Man wolle den Rummelsburger See land- und wasserseitig allen zugänglich machen, außerdem einen Beitrag zum Schutz der Natur leisten. „Die erhöhte Beschwerdelage beim Bezirksamt und bei der Wasserschutzpolizei gaben den Anlass zu der Entscheidung, das Festmache- und Liegeverbot am Ufer des Rummelsburger Sees beim zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Berlin zu beantragen. Eine Fehlnutzung durch einzelne zulasten der Natur und Allgemeinheit wird vom Bezirksamt nicht toleriert.“