Mounir M. (41) stach  betrunken auf einen Mann ein.  Jetzt steht er vor Gericht.
Mounir M. (41) stach betrunken auf einen Mann ein. Jetzt steht er vor Gericht. KE.

Weil seine Tochter (12) in Dunkelheit alleine durch den Park gelaufen war, wollte er dem Mädchen eine Lehre erteilen, ihr die Gefahren vor Augen führen. Die Lektion aber endete blutig für den Vater.

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Ein Jahr nach den dramatischen Szenen in der Jungfernheide (Charlottenburg) saßen sich Täter und Opfer im Gerichtssaal gegenüber: Mounir M. (41) und Trockenbauer K. (40). Mit einem Messer war M. laut Anklage auf K. losgegangen, der in Begleitung seiner Tochter war. Der Vater ist seitdem auf einem Auge fast blind, das andere ist erheblich geschädigt.

Mounir M. (41) erzählt, dass er aus Trauer trank – um seine Schwester

M. ist nicht vorbestraft, arbeitete zuletzt in einer Fabrik. An den Angriff am 11. August 2021 kurz vor Mitternacht kann er sich angeblich nicht erinnern – „habe Gedächtnisverlust“.

Er war mit Bierflaschen im Park und angetrunken. M.: „Aus Trauer, ich hatte meine Schwester verloren.“ Eine weibliche Stimme habe er dann gehört – „sie hatte Streit mit einem Mann, ich wollte nur helfen, ich kann nicht erklären, was passiert ist“.

Aus Sorge war Trockenbauer K. unterwegs – „es war spät, meine Tochter war vom Fußball-Training noch nicht zu Hause“. Er ging ihr entgegen, sah sie dann langsam aus dem Park schlendern.

Der Vater: „Sie weiß, dass sie da nachts nicht allein langgehen soll. Ich sagte zu ihr: Wir gehen zurück, damit du begreifst, warum du das nicht machen sollst.“

Der Vater rief dem Mädchen zu: „Lauf weg!“

Die Tochter lief los. Der Vater rief: „Komm zurück, wir gehen nach Hause!“ Dann tauchte sie wieder auf. Der Vater: „Sie schrie sie etwas – gefolgt von einem Mann.“ Der Fremde habe Bierflaschen geworfen – eine zersplitterte vor den Füßen des Vaters.

Dann zog der Mann ein Messer. Der Vater: „Er zwang mich auf die Knie und sagte, das sei gar nicht meine Tochter.“ K. rief dem Mädchen zu: „Lauf weg!“ Sie schrie: „Ich bin seine Tochter, lass uns in Ruhe!“ M. stach laut Anklage Richtung Gesicht des Vaters. Mehrere Stiche. Dann ging M., setzte sich auf eine Parkbank in der Nähe. Bis die Polizei kam.

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Mounir M.: „Dass er schwer verletzt wurde, war auf keinen Fall meine Absicht. Ich bereue, dass ich ein Messer hatte.“ Urteil: 19. August. (KE.)