Das größte freistehende zylindrische Aquarium der Welt: Es ist im Jahr 2020 umfassend modernisiert worden. 
Das größte freistehende zylindrische Aquarium der Welt: Es ist im Jahr 2020 umfassend modernisiert worden.  Annette Riedl/dpa

Uwe Abraham, der Betreiber des AquaDom in Berlin hat in der taz erste Fragen zum Unglück beantwortet. Wieso das Aquarium so plötzlich brach, kann sich der Ingenieur derzeit noch nicht erklären. Der Ingenieur betreibt mit der Berliner Gesellschaft für Großaquarien mbH den Aquadom. 

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Auf die Frage, ob kürzlich erfolgte Sanierungsarbeiten etwas mit dem Unglück zu tun hätten antwortete er: „Die Sanierungsarbeiten sind erfolgt, weil es Undichtigkeiten gab. Ich bin ratlos im Moment. Das Ganze sieht aus wie ein Grundbruch – das ist der bauliche Fachausdruck, wenn sich plötzlich die Statik eines Gebäudes verändert. Aber wir wissen nicht, was die Ursache ist. Wir wissen nicht, ob es allgemeines Materialversagen war, oder ob es eine Schwachstelle gab. Es ist völlig unerklärlich. Aber es wird in den nächsten Tagen sicher erkennbar sein.“

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Alle Fische im Hauptbecken sind verendet 

Alle Fische aus dem AquaDom seien verendet. Anschaffung und Versorgung der Fische waren kostspielig, 2000 bis 3000 Euro pro Fisch sollen es gewesen sein. Den Fischen, die in Becken im Untergeschoss gehalten  und gezüchtet werden gehe es „den Umständen entsprechend gut“, so Abraham. Die Fische würden nun mit dem SeaLife in neue Becken gesetzt. „Heute Abend wird das erledigt sein. Aus behördlicher Sicht ist es sinnvoll, das Gebäude erst mal zu räumen und zu sichern, um es untersuchen zu können“, so Uwe Abraham in der taz. 

Das  Hauptproblem nach dem Platzen des Aquariums sei nicht der finanzielle Schaden,  sondern die Traurigkeit der Mitarbeiter, so Abraham. Die liebten ihre Fische, "mehr noch als ich". Sie seien alle zutiefst traurig.

Uwe Abraham und Anja Nitsch von SeaLife bei der Wiedereröffnung des AquaDoms. 
Uwe Abraham und Anja Nitsch von SeaLife bei der Wiedereröffnung des AquaDoms.  IMAGO/Future Image 

Neben dem Aquadom betreibt Uwe Abraham ein Ingenieurbüro. Städtische Infrastruktur wie Arbeiten an BVG-Tunnels, Radwegen und Gehwegen gehörten zum Portfolio. 

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Uwe Abrahams Weg zum Ingenieur und Unternehmer war kein geradliniger, schreibt der Tagesspiegel in einem Artikel aus dem Jahr 2021. Als Student in den sechziger und siebziger Jahren sei er politisch engagiert gewesen, linksradikal, wie er heute sage. Als Schlosser gründete er mit anderen das Kreuzberger Kollektiv Metall. 

Nachdem eine erste eigene Firma 1990 pleite ging, gründete Uwe Abraham ein Ingenieurbüro. Dieses hatte an der Baustelle des ehemaligen Palast Hotels, wo nun das Radisson Hotel steht, einen Auftrag. Abraham bewarb sich als Betreiber des neu gebauten AquaDoms und erhielt den Zuschlag.