Physik-Unterricht bei geöffneten Fenstern  - in diesen Genuss kommen die Schüler der 7. bis 9. Klassen in Berlin vorerst nicht wieder. Foto: imago images/imagebroker

An Berlins Schulen ist ab Mittwoch wieder einiges mehr los. Bislang gab es nur für die Grundschulklassen regulären Unterricht in der Schule in festem Rhythmus. Das ändert sich nun, was manche begrüßen und anderen gar nicht behagt. Je mehr Schüler wieder in der Schule sind, umso größer ist das Risiko von Corona-Infektionen.

Die Klassen 10. bis 13. bekommen wieder regulär Wechselunterricht, also einen Mix aus Unterricht im Klassenzimmer und am Laptop zu Hause. Als erstes haben im Februar die 1. bis 3. Klassen nach längerer Homeschooling-Phase Wechselunterricht bekommen, dann die 4. bis 6. - jetzt folgen zunächst die älteren Schülerinnen und Schüler. Unterrichtet wird dabei in verkleinerten Lerngruppen, in der Schule müssen medizinische Masken getragen werden.

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Ausschluss einzelner Klassenstufen

Die Klassen 7 bis 9 sind weiter außen vor. Zwar hatten zwei Gymnasiasten aus Klasse 7 und 9 vor dem Verwaltungsgericht Berlin am Mittwoch vergangener Woche recht bekommen: Der Ausschluss einzelner Klassenstufen vom Wechselunterricht ist aus Sicht des Gerichts rechtswidrig. Die Entscheidung gilt allerdings nur für die beiden Schüler, die erfolgreich geklagt hatten. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hatte überlegt, alle 7. bis 9. Klassen zumindest zu einzelnen „Präsenzterminen“ in die Schule zu holen, damit die Jugendlichen ihre Mitschüler und Lehrkräfte nach langer Zeit endlich wieder einmal sehen könnten. Aber damit müssen sie nun noch bis nach den Osterferien warten. Dann gibt es auch für sie Wechselunterricht wie für die übrigen Klassenstufen.

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Schnelltests für die Lehrkräfte in den Schulen sind nach Einschätzung von Bildungssenatorin Scheeres und Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) ein wichtiges Instrument zur Eindämmung der Pandemie. Dafür sind an den Berliner Schulen jeweils Lehrerinnen und Lehrer geschult worden, die solche Schnelltests durchführen. Die Lehrkräfte und anderes Schulpersonal haben einen Anspruch auf zwei Tests pro Woche, die Teilnahme ist freiwillig.

Selbsttests sind freiwillig und müssen zu Hause gemacht werden

Selbsttests sind die zweite Komponente, die im Vergleich zu den klassischen Schnelltests unkomplizierter sind. Sie sollen ab Mittwoch in einem Teil der Berliner Schulen zum Einsatz kommen, zunächst werden sie an ältere Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe und der Oberstufenzentren ausgegeben. Schrittweise sollen anschließend die jüngeren Jahrgangsstufen einbezogen werden. Die Schüler bekommen die Selbsttests in den Schulen und sollen sie dann zweimal in der Woche freiwillig zu Hause anwenden. Nach Angaben der Bildungsverwaltung ist das Ziel, bis Ende dieser Woche rund eine Million Selbsttests unter die Leute zu bringen. Weitere sollen folgen.

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Kritik an den Öffnungsschritten gab es immer wieder. Ein Argument lautet: Solange die Infektionszahlen steigen und die 7-Tage-Inzidenzen zu Ostern möglicherweise wieder das Niveau aus der Zeit um Weihnachten erreicht haben, wie das Robert Koch-Institut erst jüngst vorhergesagt hat, sei das Infektionsrisiko zu hoch für noch mehr Schüler in den Schulen. Das sieht etwa die Bildungsgewerkschaft GEW in Berlin so. Sie hat ausdrücklich vor weiteren Schulöffnungen gewarnt.