Kinder ab 5 Jahren mit Vorerkrankungen können gemäß einer Stiko-Empfehlung geimpft werden. Für alle anderen Kinder gilt das auch, wenn die Eltern es wünschen.  AP

Nach der Ankündigung der Ständigen Impfkommission (Stiko) hat Berlins geschäftsführende Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) allgemeine Kinderimpfungen empfohlen. „Es kann geimpft werden, wenn die Eltern das so wollen“, sagte Kalayci am Freitag im RBB-Inforadio und betonte: „Ich hoffe, dass sehr viele Eltern davon Gebrauch machen.“ Kalayci fügte hinzu: „Es ist am Ende der Elternwille, die Eltern müssen entscheiden, lasse ich mein Kind impfen oder nicht.“ Sie hoffe dabei aber, „dass auch möglichst viele Kinder- und Jugendärzte dem Elternwunsch, ihr Kind impfen zu lassen, nachkommen und impfen“.

Die Ständige Impfkommission will die Corona-Impfung für Kinder von fünf bis elf Jahren mit Vorerkrankungen und Kontakt zu Risikopatienten empfehlen. Aber auch gesunde Kinder sollen bei individuellem Wunsch geimpft werden können, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung des Expertengremiums zu einem Beschlussentwurf.

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Lieferung von Kinderimpftstoff am 14. Dezember erwartet

Kalayci sagte, sie rechne mit einer Lieferung des Impfstoffes für die Kinder am 14. Dezember. Am 15. Dezember sollen die Impfungen beginnen. Laut Kalayci sind noch nicht alle Impfstellen für die Kinder-Impfungen vorbereitet. In den großen Zentren soll es am Mittwoch losgehen, aber der Einsatz der mobilen Impfteams in Schulen sei noch nicht klar, sagte sie. Am (heutigen) Freitag gebe es noch einmal Abstimmungen mit den zuständigen Bezirksstadträten und sie hoffe, dass nächste Woche in jedem Bezirk mindestens in einer Schule gestartet werde, ebenso an anderen Stellen wie dem Zoo und dem Naturkundemuseum.

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Kalayci betonte, dass die Kinder-Impfungen keine Kapazitäten bei den Erwachsene wegnähmen. In den Impfzentren sollen die Kapazitäten ausgebaut werden. So sind in Tegel, in der Messehalle und im ICC insgesamt 35 zusätzliche Impfkabinen für Kinder geplant.

dpa
Dr. Jakob Maske, Bundespressesprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, sitzt in seiner Praxis und berät einen Patienten. 

„Die Angst vor Corona bei Kindern ist irrational“, sagt Jakob Maske in einem Bericht der Berliner Zeitung. Es gebe in Deutschland im Grunde keine schweren Covid-Verläufe bei Kindern und Jugendlichen. Jakob Maske ist Kinderarzt und Sprecher des Bundesverbands der Kinder- und Jugendärzte.

Maske fände es wichtig, dass sich die Kommission nicht von der Politik unter Druck setzen lässt. Die Datenlage sei anscheinend noch nicht ausreichend. „Und dann warten wir lieber noch ein paar Wochen, bevor wir allen Eltern eine wirklich sichere Impfung anbieten können“, sagte er. 

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Gegen eine Impfpflicht für Kinder sprach sich der Kinderarzt vehement aus.

„Auf keinen Fall sollten wir Kinder für den Gesundheitsschutz von Erwachsenen heranziehen. Das haben wir schon lange genug getan.", sagte Maske dem Bericht zufolge. Man dürfe nicht zulassen,  dass die Schulen erneut geschlossen werden. „Stattdessen müssen wir darauf dringen, dass die Erwachsenen sich impfen lassen. Ich bin ein großer Fan der Impfpflicht für Erwachsene. Und zum Glück hat sich unser Verband auch ganz klar dafür ausgesprochen.“ Bei einer Impfpflicht für Kinder sieht das anders aus: „Auf keinen Fall. Denn hier ist die Risiko-Nutzen-Abwägung eine ganz andere“, so Maske.