Verbeamtung der ersten Lehrer in Berlin. Überreichung der Urkunden durch die Schulsenatorin Busse im Station Berlin.
Gözde Ötztürk - frisch gebackene Beamtin.
Verbeamtung der ersten Lehrer in Berlin. Überreichung der Urkunden durch die Schulsenatorin Busse im Station Berlin. Gözde Ötztürk - frisch gebackene Beamtin. Berliner Zeitung/Markus Waechter

Ist das der Anfang vom Ende des Lehrermangels in Berlin? Nachdem die Verbeamtung von Lehrkräften 2004 in Berlin abgeschafft wurde, erhalten heute die ersten neu eingestellten Lehrer und Lehreinnen in Berlin ihre Ernennungsurkunde.

Neu eingestellte Lehrerinnen und Lehrer werden in Berlin nach fast zwei Jahrzehnten Unterbrechung erstmals wieder verbeamtet. Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD) und Bildungsstaatssekretär Alexander Slotty überreichen am Donnerstag um 14 UHr in der Station Berlin in Kreuzberg Ernennungsurkunden. Zum Start sollen nach Angaben der Bildungsverwaltung rund 220 Pädagoginnen und Pädagogen verbeamtet werden.

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Geplant ist ein Grußwort der Regierenden Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD), die sich im Wahlkampf im vergangenen Jahr klar für die Verbeamtung ausgesprochen hatte. Der Senat will damit dem Lehrkräftemangel in der Hauptstadt entgegenwirken. Berlin hatte die Lehrerverbeamtung 2004 abgeschafft - und war zuletzt das einzige Bundesland, das daran festhielt. Auch in der SPD hatte es lange eine Mehrheit gegen die Verbeamtung gegeben.

Berlin verbeamtet wieder Lehrer

Auch Brandenburg und Thüringen sind inzwischen längst zur Verbeamtung ihrer Pädagogen zurück gekehrt. Nun folgt das Schlusslicht Berlin.

Giffey wie Busse haben immer wieder argumentiert, Berlin verliere dadurch viele Lehrkräfte, die es für die Verbeamtung in andere Bundesländer ziehe. Wie viele Lehrerinnen und Lehrer sich die Hauptstadt durch die Rückkehr zur Verbeamtung sichern kann, gilt als umstritten. Kritiker wie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) glauben nicht daran, dass der Lehrermangel, der in Berlin seit Jahren chronisch ist, sich auf diese Weise beheben lässt.

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Auch Lehrer, die bereits im Schuldienst unterrichten und nicht verbeamtet sind,  sollen nach und nach angeschrieben werden. Die Entscheidung, in welcher Reihenfolge und in welchen Etappen die Bestandslehrkräfte verbeamtet werden können, soll im Herbst erfolgen. Lehrer bis zum Alter von 52Jahren sollen verbeamtet werden können. Für alle anderen ist ein Nachteilsausgleich vorgesehen.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hat dem Senat vorgeworfen, viele Fragen rund um die Verbeamtung von Lehrkräften in Berlin noch nicht beantwortet zu haben. „Nach wie vor gibt es keine Klarheit darüber, nach welchen Kriterien die Verbeamtung der circa 20.000 angestellten Lehrkräfte erfolgen soll“, kritisierte GEW-Vorstandsmitglied Udo Mertens am Donnerstag. Auch sei nicht klar, wie die Nachteile für Lehrkräfte, die nicht verbeamtet werden könnten oder wollten, ausgeglichen werden sollen.

Um die Pensionen der Neubeamten zahlen zu können, wird ein Pensionsfonds eingerichtet.