Ein Transparent mit der Aufschrift „Bildung ist kein Verliererressort“ ist bei einer Demonstration der Kampagne „Schule muss anders“ für mehr Personal, Chancengleichheit und echte Teilhabe im Berliner Schulsystem zu sehen. Jörg Carstensen/ dpa

„Keine Kürzungen oder Verschiebungen beim Schulbau“, das fordert ein Bündnis der Berliner Schulleiter. In einem offenen Brief wenden sie sich an die Schulsenatorin Astrid Busse und die Regierende Bürgermeisterin Giffey. In dieser Woche stehen die finalen Verhandlungen zum Haushalt in Berlin an.

Dabei darf es nicht sein, dass angesichts der angespannten Finanzlage beim Schulbau gekürzt oder Projekte verschoben werden, mahnen die Schulleiter: „Bitte wirken Sie diesen Absichten entgegen.“

Lesen Sie auch: Gute Schule braucht Zeit >>

Berliner Schulen platzen aus allen Nähten

Es fehle schon jetzt an ausreichend Räumen an den Berliner Schulen. Die Schulen in Berlin platzen aus allen Nähten. „Aufgrund des seit vielen Jahren bekannten und immer größer werdenden Schulplätzemangels wurden durch die Bezirke bereits vor der Krise in der Ukraine an einer größeren Zahl von Schulen zusätzliche Klassen eingerichtet, ohne dafür neue Räume zu schaffen“, kritisieren die Schulleiter.

Lesen Sie auch: Neues Buch „Isch geh Schule“: Wie viel Deutsch braucht die Schule?>>

An vielen Grundschulen und Oberschulen lagen schon im vergangenen Schuljahr die Klassengrößen über dem vorgesehenen Höchstwert. „Eine weitere Verdichtung des schulischen Lebens ist nicht möglich“, warnen die Direktoren. Volle Schulen und wenig Räume, das heißt, dass Kinder ihre Nachmittage im Hort im Klassenzimmer verbringen müssen. Das heißt, das Klassen wegen Raummangels nicht geteilt werden könne, obwohl es besseren Unterricht ermöglichen würde. Das heißt, das Kinder keinen Sportunterricht haben, weil es in der Halle zu voll ist. Volle Schulen, das bedeutet auch, dass man das Mittagessen im Schnelldurchgang einnehmen muss, weil die nächste Klasse wartet.

Schulausbau in Berlin darf nicht stocken

Neue, zusätzliche Gebäude werden dringend und zeitnah benötigt, um den absehbaren Aufwuchs der Schülerinnen und Schüler  abzufangen, fordern auch die Schulleiter.  Dazu bedürfe es der Fortsetzung der bislang langfristig geplanten Finanzierung und sogar einer weiteren Erhöhung der Mittel für den Schulneubau.

Lesen Sie auch: Stadttauben terrorisieren Friedrichshainer Grundschule: WARUM Schüler und Lehrer immer wieder auf den Schulhof flüchten müssen>>

„Lassen Sie bitte nicht zu, dass kurzfristiges Sparen zu einer langanhaltenden Absenkung der Lernqualität an den Schulen führt“, heißt es in dem offenen Brief weiter. Denn Schulen kommt in diesen Zeiten eine wichtige Aufgabe zu: Sie müssen den Auswirkungen der Pandemie auf das soziale Miteinander, die Lerninhalte und die psychischen Belastungen begegnen.

Berliner Schulen gegen Krisen brauchen Geld und Visionen

Was fehle sei eine Vision in den Schulen mit Blick nach vorn in die Zukunft. Wie sonst sollen Schülerinnen und Schüler dazu befähigt werden, mit Krisen umzugehen und sogar ihren Beitrag zu leisten, sie zu bewältigen. „Egal, ob Klimakrise, Pandemien oder Kriege. Es ist dringend notwendig die multiprofessionellen Teams mit Psycholog:innen an den Schulen zu verstärken, so dass frühzeitig und präventiv agiert werden kann.“

An Schulen sparen heißt immer an der Zukunft einer Stadt sparen - das kann sich Berlin nicht leisten.