Kinder in einer Berliner Grundschule.  Benjamin Pritzkuleit

Berlins Schülervertretung ist dafür, die Schulen so lange es geht offen zu halten. „Für uns sind Schulschließungen das aller-, allerletzte Mittel“, sagte der Sprecher des Landesschülerausschusses, Rufus Franzen, der Deutschen Presse-Agentur. „Der Präsenzunterricht ist der Unterricht, in dem Schülerinnen und Schüler am besten lernen können und die mentale Belastung am geringsten ist.“ Auch wenn es viele Fortschritte beim digitalen Lernen gegeben habe, sei Homeschooling einfach immer noch die deutlich schlechtere und belastendere Alternative. „Insofern gilt für uns: so viel Präsenzunterricht wie möglich.“

Berliner Stufenplan an Schulen richtiger Ansatz 

Aus Sicht der Schülervertretung habe der Berliner Stufenplan deshalb den richtigen Ansatz, bei steigenden Infektionszahlen zunächst Wechselunterricht vorzusehen und nur im größten Notfall schulisch angeleitetes Lernen zu Hause, sagte Franzen.

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Die grundlegenden Schwierigkeiten beim digitalen Unterricht seien zwar behoben worden. „Man hat eine Infrastruktur, die für den Notfall ausreichend ist, aber auch nur dafür“, sagte der Schülervertreter. „Das größte Problem ist in Berlin leider immer noch, dass uns ein Konzept und eine Idee hinter dem Digitalisieren fehlt“, kritisierte der Oberstufenschüler am Beethoven-Gymnasium in Lankwitz (Steglitz-Zehlendorf). „Wir digitalisieren oft planlos an den Schulen ohne ein großes Ziel, ohne eine Zukunftsvision.“

Noch immer fehlen an den Berliner Schulen Geräte 

Außerdem fehlten immer noch flächendeckend ausreichend Geräte, die es allen Schülern chancengleich ermöglichten, am digitalen Unterricht teilzunehmen. „Das sind einfach Probleme, die noch immer nicht behoben sind. Und da haben wir auch noch einen weiten Weg zu gehen, bis unsere Schulen digital sind“, sagte Franzen, auch mit Blick auf die nach wie vor fehlende Breitbandanbindung an den meisten Berliner Schulen.

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Der Landesschülerausschuss fordert außerdem eine Ausweitung der Corona-Impfungen an Schulen, die der Berliner Senat zwar längst angekündigt hat, die es aber bisher nur in sehr begrenztem Umfang gibt. Auch wenn inzwischen viele Schülerinnen und Schüler geimpft seien, seien es gerade in den jüngeren Jahrgängen immer noch zu wenig, sagte Franzen. „Deshalb wäre es sinnvoll, Impfteams an die Schulen zu schicken, damit Schülerinnen und Schüler einfach und schnell geimpft werden können.“