Die Demo und die Wasserwerfer.  Foto: imago images/Marius Schwarz

Die Berliner Polizei setzte am Mittwoch Wasserwerfer gegen tausende Demonstranten ein. Diese wollten den Bereich zwischen Reichstagsgebäude, Brandenburger Tor und Straße des 17. Juni nicht verlassen. Unter den Teilnehmern, die mithilfe der Wasserwerfer „auseinandergedrängt“ werden sollten, wie Polizeisprecher Thilo Cablitz es formulierte, waren auch Kinder. Das bestätigte Cablitz noch während des Einsatzes der Wasserwerfer.

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„Wir kamen nicht umhin, es gab keine andere Möglichkeit“, sagte der Sprecher dem rbb. Allerdings seien die Wasserwerfer „nur zum Beregnen“ eingesetzt worden. Cablitz sagt hier ab Minute 0.49 wörtlich: „Den direkten Strahl können wir zurzeit nicht einsetzen, weil sich darunter auch Kinder befinden.“

In dem Zusammenhang wurde von vielen Menschen bei Twitter kritisiert, dass Kinder als „Schutzschilde“ der Demonstranten missbraucht worden seien. Mehrere empörte User forderten, dass Jugendamt müsse einschreiten, wenn Eltern ihre Kinder mit auf eine derartige Demonstration nehmen.

Offen ist unterdessen, mit welcher konkreten Begründung der Befehl zum Einsatz der Wasserwerfer gegeben wurde. Die Polizei hatte mitgeteilt, die Wasserwerfer seien eingesetzt worden, um die Auflösung der Versammlung durchzusetzen. Ein Sprecherin sagt, man wolle, dass es „für die Leute ungemütlich wird“.

Demonstration sollen Kinder als Schutzschilde missbraucht haben. 
Foto:  Paul Zinken/dpa 

Berlins Innensenator Andreas Geisel hatte später hingegen mitgeteilt: „Erkennbar war das deutliche Ziel der Demonstrierenden, die Regeln zu brechen und zum Reichstag zu kommen.“ Es habe daher keine andere Wahl gegeben, als Wasserwerfer einzusetzen. Nach Angaben der Polizei kam zuletzt am 1. Mai 2013 in Berlin ein Wasserwerfer zum Einsatz.

Am Ende des Einsatzes bedankte sich Einsatzleiter Stephan Katte bei den Polizisten. Er ziehe „den Hut davor, dass wie die Kolleginnen und Kollegen trotz fortlaufender Beschimpfungen und steigender aggressiver Stimmung die Ruhe bewahrt“ hätten. Das sei „beeindruckend und verdient Anerkennung“.