Schnelltests in Pflegeheimen werden nun mit der Unterstützung der Bundeswehr durchgeführt. (Symbolbild) Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB

Soldaten der Bundeswehr werden in den Berliner Pflegeheimen ab sofort auch bei der Durchführung von Corona-Schnelltests eingesetzt. Das teilte die Staatssekretärin der Gesundheitsverwaltung, Barbara König, am Montag mit. „Die Bundeskanzlerin hat sich letzte Woche an die Kommunen und an die Länder gewandt mit der Idee, Bundeswehrsoldaten auch bei den Schnelltestungen einzusetzen in den Heimen. Das haben wir gerne aufgegriffen und auch sehr rasch“, sagte König im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses.

Berlinweit sollen bis zu 200 Soldaten dabei eingesetzt werden. „Wir sind heute schon mal mit 153 gestartet“, erklärte die Staatssekretärin. Die Soldaten dürften - zum Beispiel für Besucher - die Schnelltests selbst durchführen. In Berliner Pflegeheimen werden bereits seit Dezember Bundeswehrsoldaten eingesetzt.

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König kündigte an, sie sollten zur Verbesserung des Infektionsschutzes in den Heimen auch in weiteren Bereichen mithelfen: So ist daran gedacht, dass sie beim Auftreten von Corona-Fällen zum Beispiel betroffene Wohnbereiche kennzeichnen, gegebenenfalls bei Umzügen mit anpacken oder beim Ausreichen von Desinfektionsmitteln ans Personal helfen. Außerdem sollen die Soldaten das Pflegepersonal entlasten, indem sie das Lüften in den Bewohnerbereichen und Gemeinschaftsräumen übernehmen.

Kalayci: Wollten kein Risiko eingehen

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hat - ebenfalls im Gesundheitsausschuss - die Entscheidung verteidigt, das Personal in den Pflegeheimen nicht zusammen mit den Bewohnern zu impfen. „Hätten wir genug Impfstoff, hätten wir die Pflegekräfte mitgeimpft“, sagte Kalayci am Montag. Es habe aber das Risiko bestanden, dass der Impfstoff nicht für Bewohner und Personal der Pflegeheime reichen würde. „Dieses Risiko wollten wir nicht eingehen“, sagte Kalayci.

Allerdings sei es nicht so, dass die Pflegekräfte in den Pflegeheimen sich nicht impfen ließen, betonte die Senatorin: „9000 haben sich schon impfen lassen von 23 000.“ Das seien fast 40 Prozent. „Ich bin zufrieden, ich weiß nicht, wo das herkommt, dass die Pflegekräfte sich nicht impfen lassen wollen, dass der Weg zu lang ist oder dergleichen. Aber ich hoffe, dass sich diese Quote noch erhöht.“

Unter anderem hatte es die Forderung gegeben, Mitarbeiter der Pflegeheime sollten nicht erst in eines der Impfzentren fahren müssen, um sich selbst impfen zu lassen. Zudem hatte sich der Senat gegen eine generelle Impfpflicht für Pflegekräfte gewandt.