Axel Hecklau ist der Star in Berlins erster interaktiver Zaubershow. Foto: Gerd Engelsmann

Das Corona-Jahr 2020 war für viele Künstler eine schwere Belastung – aber auch eine Chance, neue Formate zu entdecken. Einige Theater stiegen auf Livestreams um, brachten ihre Shows über das Internet zu den Zuschauern. Bei Zauberei geht das auf den ersten Blick nur schwer, denn die Kunststücke leben von der Interaktion mit dem Publikum. Der Berliner Zauberkünstler Axel Hecklau wagt den Trick nun dennoch, feiert mit der ersten Online-Zaubershow Berlins Premiere!

Wenn es um Zauberei geht, kommt viele Menschen zuerst der klassische Satz „Ziehen Sie mal 'ne Karte“ in den Sinn. Über das Internet ist das schwer möglich – und nicht nur das. „Alle Kunststücke, die ich seit Jahren auf der Bühne vorführe, musste ich für die Online-Show umschreiben“, sagt er. „Die Zuschauer sitzen nicht direkt vor mir, ich sehe sie nur auf einem großen Monitor. Und bekomme ihre Reaktionen nicht so unmittelbar mit. Aber genau das hat mich gereizt.“

Hecklau zaubert seit seinem zwölften Lebensjahr, steht seit Jahren auf der Bühne. Erst 2018 erzauberte er sich bei der WM der Magier den Silber-Pokal. In Berlin betreibt er mit seinem Kollegen André Kursch den „Salon der Wunder“ in der Kulturbrauerei. Eine Show, die wegen der Pandemie 2020 selten gespielt werden konnte. „Am Anfang hatte ich Ängste, habe mich gefragt, wie es weitergeht. Aber ich habe, da ich einen Shop für Zauberer betreibe, ein zweites Standbein.“

Auch ganz kleine Wunder sind in der Online-Zaubershow möglich. Wie etwa kommt dieses Schiff in die verschlossene Flasche? Foto: Gerd Engelsmann

Auch Maik M. Paulsen, der mit Hecklau an der Online-Show arbeitet, bekam die Folgen der Krise zu spüren. Er organisiert Shows, lässt sich selbst als professioneller Falschspieler buchen. „Das Geschäft mit Gala-Auftritten, von dem ich sonst lebe, ist weggebrochen. Und der Dezember wäre aufgrund vieler Weihnachtsfeiern der umsatzstärkste Monat.“ Die virtuelle Zaubershow soll es aber nicht nur aufgrund der Corona-Krise geben. Hecklau: „Es hat sich gezeigt, dass es Nachfrage nach Live-Entertainment im Internet gibt. Das Netz ist keine Alternative, aber eine neue Bühne.“

Die Show heißt „Das Kabinett der Kuriositäten“ – wer ein Ticket für 30 Euro bucht, bekommt einen Link, mit dem er sich zum Showbeginn in die Videokonferenz einwählen kann. Während Hecklaus Auftritt kann der Zauberkünstler mit den Zuschauern interagieren, denn alles ist live. „Es soll aber keine Show sein, die man nebenbei konsumiert. Man sollte sich Zeit nehmen und sich damit einen schönen Abend machen. Ähnlich wie bei einem Theaterbesuch, auf den man sich freut.“

Die ersten Vorstellungen finden am 18. Dezember (20 Uhr), am 31. Dezember (21 Uhr) und am 8. Januar (20 Uhr) statt – im kommenden Jahr soll das Angebot ausgebaut werden. „Wir denken sogar darüber nach, den Teilnehmern vorher Requisiten nach Hause zu schicken“, sagt Paulsen. „Dann können die Zuschauer mit uns zaubern.“

Infos: www.hecklau.de/virtuellezaubershow