Rettungsstellen wie hier am Klinikum Benjamin Franklin sind mit Notfällen ohnehin schwer beschäftigt, dauernd kommt die Feuerwehr mit neuen Patienten. Da können sie Leute mit Wehwehchen nicht gebrauchen
Rettungsstellen wie hier am Klinikum Benjamin Franklin sind mit Notfällen ohnehin schwer beschäftigt, dauernd kommt die Feuerwehr mit neuen Patienten. Da können sie Leute mit Wehwehchen nicht gebrauchen Sabine Gudath

Dass Rettungsstellen und speziell Kinderkliniken wegen Grippe, Corona und RS-Virus am Anschlag sind, dürfte sich herumgesprochen haben. Jetzt kommen die Feiertage und die Zeit bis Neujahr, in der etliche Arztpraxen geschlossen haben. Senatsverwaltung für Gesundheit, Berliner Krankenhausgesellschaft (BKG) und Kassenärztliche  Vereinigung Berlin (KV) appellieren deshalb dringend an die Berliner, das Gesundheitswesen der Stadt nicht zu überlasten. Es ächzt schon genug unter hohem Patientenstand und wegen des Ausfalls erkrankter Mitarbeiter. Es soll Kapazität übrig bleiben, um schwer Erkrankte zu behandeln.

Maske auf, mit Erkältung zu Hause bleiben, und nicht gleich ins Krankenhaus

Ganz am Anfang steht ein Ratschlag, den alle nunmehr seit Jahren kennen: „Nutzen Sie bitte die Möglichkeiten, mit denen wir uns und andere in Zeiten hoher Ansteckungsraten gut geschützt haben: Maske tragen (vor allem in öffentlichen Innenräumen), Niesen in die Armbeuge, Hände waschen, Abstand halten, regelmäßiges Lüften.“

Auch mit nur leichten Erkältungs-Symptomen soll man zu Hause bleiben.

Bei einer akuten Erkrankung, wie beispielsweise grippalen Infekten, Erkältungen oder Halsschmerzen, soll man überlegen, ob man erst eine Arztpraxis aufsucht oder den rund um die Uhr besetzten Ärztlichen Bereitschaftsdienst der KV in Anspruch nimmt, der unter 116117 bei Erkrankungen telefonische medizinische Beratung anbietet. Leider oft nach langer Zeit in der Warteschleife.

Praxen, die zwischen den Jahren aus Urlaubsgründen geschlossen sind, müssen eine Vertretung haben und diese selbstständig angeben, zum Beispiel über ihre Webseite, einen Aushang oder den Anrufbeantworter.

In diesen Fällen hilft die 112

Bei plötzlichen Lähmungserscheinungen, Seh- und Sprachstörungen, Brustschmerzen, akuter Luftnot, Bewusstseinstrübung und Bewusstlosigkeit, Krampfanfall, bei plötzlich auftretenden starken und stärksten Schmerzen und natürlich bei schweren Verletzungen keine Zurückhaltung üben, die Notfallnummer 112 zu wählen. Bitte nicht bei Lappalien, mit denen die Feuerwehr und die angeschlossenen Hilfsorganisationen ohnehin zu kämpfen haben.

Schon mit Blick auf den Jahreswechsel bitten Senat, BKG und KV: „Gehen Sie bitte verantwortlich mit Alkohol und Feuerwerk um und schützen Sie dadurch sich und andere. Die Tradition des Böllerns führt jedes Jahr wegen – teils schwerer – Verletzungen zu einer höheren Belastung der Berliner Kliniken.“ 

Sechs Notdienstpraxen für Erwachsene, fünf für Kinder

Für die Wochenenden und Feiertage stehen auch die Notdienstpraxen der KV an mehreren Krankenhäusern offen.

Notdienstpraxen für Erwachsene

  • Vivantes Klinikum Neukölln, Rudower Straße 48: Freitag 15-21 Uhr, Sa., So., Feiertage, 24. und 31. Dezember 9-21 Uhr
  • Charité Campus Benjamin Franklin, Steglitz, Hindenburgdamm 30 oder über Klingsorstraße/Klingsorplatz: Freitag 15-21 Uhr, Sa., So., Feiertage, 24. und 31. Dezember 9-21 Uhr, 27. bis 29. Dezember 10-18 Uhr, 30. Dezember 10-21 Uhr.
  • DRK-Kliniken Westend, Spandauer Damm 130, Autozufahrt Fürstenbrunner Weg: Freitag 15-21 Uhr, Sa., So., Feiertage, 24. und 31. Dezember 9-21 Uhr, 27. bis 29. Dezember 10-18 Uhr, 30. Dezember 10-21 Uhr
  • Jüdisches Krankenhaus Gesundbrunnen, Heinz-Galinski-Straße 1: Freitag 15-21 Uhr, Sa., So., Feiertage, 24. und 31. Dezember 9-21 Uhr, 27. bis 29. Dezember 10-18 Uhr, 30. Dezember 10-21 Uhr
  • Vivantes Klinikum Friedrichshain, Landsberger Allee 49: Freitag 15-21 Uhr, Sa., So., Feiertage, 24. und 31. Dezember 9-21 Uhr, 27. bis 29. Dezember 10-18 Uhr, 30. Dezember 10-21 Uhr
  • Unfallkrankenhaus Berlin, Marzahn, Warener Straße 7: Freitag 15-21 Uhr, Sa., So., Feiertage, 24. und 31. Dezember 9-21 Uhr, 27. bis 29. Dezember 10-18 Uhr, 30. Dezember 10-21 Uhr

Notdienstpraxen für Kinder

  • Charité-Campus Virchow, Wedding, Augustenburger Platz 1 (Fußgänger) oder Seestraße 5, Haus 8: Freitag 15-21 Uhr, Sa., So., Feiertage, 24. und 31. Dezember 9-21 Uhr
  • Sana Klinikum Lichtenberg, Fanningerstraße 32, Haus B, EG, Räume B012/013: Freitag 15-21 Uhr, Sa., So., Feiertage, 24. und 31. Dezember 9-21 Uhr
  • St. Joseph-Krankenhaus Tempelhof, Wüsthoffstraße 15: Freitag 15-21 Uhr, Sa., So., Feiertage, 24. und 31. Dezember 9-21 Uhr
  • DRK-Kliniken Westend, Spandauer Damm 130, Autozufahrt Fürstenbrunner Weg: Freitag 15-21 Uhr, Sa., So., Feiertage, 24. und 31. Dezember 9-21 Uhr
  • Vivantes Klinikum Neukölln, Mutter-Kind-Zentrum, Kormoranweg 45: Sa., So., Feiertage, 24. und 31. Dezember 9-21 Uhr

Wenn die Seele leidet, die Psyche in der Krise ist

Bei psychischen Belastungen, die gerade bei Einsamkeit über die Feiertage auftreten können, wird auf die Internet-Seite https://www.berliner-notruf.de/ verwiesen, auf der unter anderem diese rund um die Uhr erreichbaren Nummern zu finden sind: Telefonseelsorge (0800-1110222, 0800-1110111, für Muslime 030-443509821), Kindernotdienst (030-610061), Jugendnotdienst (030-610062), Mädchennotdienst (030-610063), Hotline Kinderschutz (030-610066), falls man sich um ein Kind Sorgen macht. Rund um die Uhr erreichbar sind auch die Telefonnummern des „Berliner Krisendiensts“, die hier verzeichnet sind (https://www.berliner-krisendienst.de/)