Die Berliner Jungschauspielerin Helena Zengel bei der Berlinale im Februar 2019. Foto: imago images/Seeliger

Sie ist und bleibt ein „Systemsprenger“. Helena Zengel sprengt jetzt auch in Hollywood die Normen. So jung wie sie hat noch keine Ausländerin hier Karriere gemacht. Noch ehe ihr amerikanischer Debüt-Film „News of the World“ Weihnachten anläuft, hat sich schon die Top-Künstleragentur CAA (zu ihren Klienten gehören Jennifer Aniston, Meryl Streep und Sarah Jessica Parker) das „Wunderkind“ aus Deutschland geangelt.

Nicht zuletzt, weil die Berlinerin von Kritikern für ihre Rolle neben Tom Hanks hochgelobt wird. Das Branchen-Magazin „Daily Variety“ schwärmt von der Zwölfjährigen: „Ihre Darstellung liegt auf derselben Ebene wie die von Hanks. Zeitweise unheimlich selbstsicher, dann wieder ungezähmt und verletzlich. Zengel ist fesselnd.“

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Ein bisschen „Systemsprenger“ liegt in ihr auch als Johanna Leonberger, einem von Kindheitstrauma verfolgten „doppelten Waisenkind“. Ihre aus Deutschland eingewanderte Familie wird auf einem Indianerreservat getötet als sie vier Jahre alt ist. Der Kiowa-Stamm zieht das Kind groß. Dann fallen Johannas indianische „Eltern“, die sie Cicada nennen, einem Massaker zum Opfer. Johanna soll – gegen ihren Willen – zu Verwandten in Texas und wehrt sich mit Händen und Füßen gegen den Geleitschutz des wohlwollenden Ex-Offiziers Captain Kidd (Tom Hanks).

Helena Zengel in ihrer Rolle als Benni, einem schwer erziehbaren Mädchen, in dem Film „Systemsprenger“. Dafür erhielt die da noch Elfjährige den Deutschen Filmpreis 2020 für die beste weibliche Hauptrolle. Foto: imago images/Prod.DB

Obwohl Helena für die Dreharbeiten in den USA Englisch lernte („Es war spannend“), für ihre Rolle hätte sie es nicht gebraucht. Da spricht sie weder Englisch noch Deutsch, sondern nur den Kiowa-Dialekt. Mit Johanna kann sie sich identifizieren: „Ich habe mich ein bisschen in ihr gesehen. Ich mag es, Dinge auf eigene Faust zu tun und habe Selbstvertrauen, wenn ich es brauche.“

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Für Regisseur Paul Greengrass brauchte sie es eigentlich nicht. Der hatte totales Vertrauen in den Kinderstar aus Berlin: „Helena bringt's. Als ich sie in ,Systemsprenger' sah, da wusste ich, dass ich Johanna gefunden hatte.“ Ihre „enorme gefühlsmäßige Bandbreite“ und „wie sie sich durch ihre Augen und ihre Körpersprache ausdrückt“, faszinieren den Regie-Veteranen („Jason Bourne“). Ein Star ohne Starallüren: „Helena ist einfach ein kluges, goldiges, erstaunliches Mädchen. Eine reine Freude, mit ihr zu arbeiten.“

Eine Szene aus dem Film „News of the World“ mit Tom Haks als Captain Jefferson Kyle Kidd und Helena Zengel als Johanna Leonberger. Foto: Bruce Talamon/Universal Pictures

Tom Hanks stimmt zu: „Sie ist ein Naturtalent.“ Das von Natur aus selbst ein Superstar wie Tom Hanks nicht übermäßig beeindrucken kann. Hanks grinsend: „Sie wollte mehr Zeit mit den Pferden verbringen als mit mir.“