Der Mund- und Nasenschutz muss wieder rauf: An den Berliner Grundschulen gilt wieder die Maskenpflicht. dpa

Jetzt müssen alle Berliner Schüler wieder den Mund- und Nasenschutz tragen! Denn nun gilt doch wieder die Maskenpflicht in den ersten bis sechsten Klasse an Berliner Schulen, die erst Wochen vor den Herbstferien aufgehoben wurde. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) entschied sich nach einer Sitzung des Hygienebeirats am Montag angesichts der steigenden Infektionszahlen zu einer Kehrtwende. An den Oberschulen ab Klasse sieben galt die Maskenpflicht ohnehin weiter. Vor den Ferien gab es Überlegungen, sie auch dort aufzuheben. Daraus ist nun nichts geworden.

Außerdem soll es für die Schüler vorerst weiterhin drei Corona-Tests wöchentlich in den Schulen geben. Beide Maßnahmen sollen im Lauf der Woche umgesetzt werden, so die Bildungsverwaltung. Ursprünglich war die Zahl von drei Tests für die beiden ersten Wochen nach den Herbstferien vorgesehen, um die Chance zu erhöhen, auf Reiserückkehrer zurückzuführende Corona-Fälle schneller zu entdecken. Danach sollten es wieder zwei Tests pro Woche sein. An dieser Regelung gab es aber immer wieder Kritik.

Elternverband: Rückkehr zur Maskenpflicht ist nachvollziehbar

Für die umstrittene Aufhebung der Maskenpflicht in den Grundschulen hatte sich Scheeres vor den Ferien ausdrücklich eingesetzt und das mit den Einschränkungen für jüngere Kinder etwa beim Lesen lernen begründet. Zu ihrer Neubewertung nach der Sitzung des Hygienebeirats sagte sie: „Ich habe mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht, weil ich weiß, wie sehr das Maskentragen Kinder belasten kann.“

Landeselternausschuss-Vorsitzender Norman Heise sagte, die Entscheidung, zur Maskenpflicht zurückzukehren, sei angesichts der sehr besorgniserregenden Zahlen nachvollziehbar, aber für die Schülerinnen und Schüler bedauerlich. „Weil sie wieder die einzige Gruppe sind, die mit weitergehenden Maßnahmen umgehen müssen, da andere sich nicht an die Regeln halten oder sich nicht für eine Impfung entscheiden.“

Reinhard Bartezky vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte ergänzte, es sei wichtig, noch deutlich mehr zu impfen, um sicherzustellen, dass es nicht erneut zu Schulschließungen komme. „In keinem Bereich des öffentlichen Lebens wird so viel getestet wie an den Schulen. Das führt dazu, dass Positivfälle hier wesentlich früher und häufiger entdeckt werden“, sagte er. „All das dient dazu, die Schulen offen zu halten. Denn unter den Schulschließungen haben Kinder und Jugendliche in ganz besonderem Maße gelitten.“